GKV-Reform

In der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause hat der Bundestag über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz abgestimmt. Ziel des Gesetzes ist es, die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu verbessern und einen weiteren Anstieg der Krankenkassenbeiträge zu begrenzen. Nach Angaben der Bundesregierung droht der GKV ab 2027 eine Finanzierungslücke von mehr als 15 Milliarden Euro.

Zur Stabilisierung der Beiträge sieht das Gesetz Einsparungen bei Krankenhäusern, Arztpraxen und Arzneimitteln vor. Außerdem sollen die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen begrenzt und der Bund stärker an den Gesundheitskosten von Bürgergeldempfänger:innen beteiligt werden.

Für Versicherte gibt es ebenfalls Änderungen: Die beitragsfreie Familienversicherung für Ehe- und Lebenspartner:innen wird in bestimmten Fällen eingeschränkt, Zuzahlungen werden erhöht und Zuschüsse beim Zahnersatz reduziert. Mit diesen Maßnahmen sollen die gesetzlichen Krankenkassen in den kommenden Jahren finanziell entlastet werden.

In einer entsprechenden Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses wird die Annahme des Gesetzentwurfes mit umfassenden Änderungen empfohlen. Außerdem hat der Haushaltssausschuss zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung einen Bericht zur Finanzierbarkeit vorgelegt.

Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz wurde in der vom Gesundheitsausschuss geänderten Fassung mit 318 Ja-Stimmen angenommen. 284 Abgeordnete stimmten dagegen, es gab vier Enthaltungen aus der Fraktion der SPD von Adis Ahmetović, Rasha Nasr, Truels Reichardt und Nina Scheer. Außerdem stimmten Jan Dieren, Sabine Dittmar, Martin Kröber (alle SPD-Fraktion) gegen den Gesetzentwurf ebenso wie Kai Whittaker (Fraktion CDU/CSU).

Neben der namentlichen Abstimmung über das GKV-Gesetz wurde auch namentlich über vier Entschließungsanträge der Fraktion Die Linke abgestimmt. Vor der Abstimmung hatten Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke erfolglos versucht, die Abstimmung wegen der aus ihrer Sicht zu kurzen Beratungszeit zu verschieben. Auch Eilanträge beim Bundesverfassungsgericht blieben ohne Erfolg. Die weiteren namentlichen Abstimmungen zu dem Thema findest du weiter unten unter "Weitere namentliche Abstimmungen".

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Dafür gestimmt
318
Dagegen gestimmt
284
Enthalten
4
Nicht beteiligt
24
Abstimmungsverhalten von insgesamt 630 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Robin JüngerAfD172 - Gießen Dagegen gestimmt
Portrait von Oliver KaczmarekOliver KaczmarekSPD143 - Unna I Dafür gestimmt
Portrait von Lamya KaddorLamya KaddorBÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN114 - Duisburg I Dagegen gestimmt
Portrait von Elisabeth KaiserElisabeth KaiserSPD193 - Gera – Greiz – Altenburger Land Dafür gestimmt
Portrait von Maren KaminskiMaren KaminskiDie Linke42 - Stadt Hannover II Dagegen gestimmt
Nicklas KappeCDU/CSU124 - Bottrop – Recklinghausen III Dafür gestimmt
Foto Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdBKirsten Kappert-GontherBÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN54 - Bremen I Dagegen gestimmt
Macit KaraahmetogluMacit KaraahmetoğluSPD265 - Ludwigsburg Dafür gestimmt
Portrait von Anja KarliczekAnja KarliczekCDU/CSU127 - Steinfurt III Dafür gestimmt
Portrait von Malte KaufmannMalte KaufmannAfD274 - Heidelberg Dagegen gestimmt
Prof. Dr.-Ing. Michael KaufmannMichael KaufmannAfD194 - Saalfeld-Rudolstadt – Saale-Holzland-Kreis – Saale-Orla-Kreis Dagegen gestimmt
Portrait von Michael KellnerMichael KellnerBÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN57 - Uckermark – Barnim I Dagegen gestimmt
Martina KempfAfD281 - Freiburg Dagegen gestimmt
Portrait von Franziska KerstenFranziska KerstenSPD67 - Börde – Salzlandkreis Dafür gestimmt
Stefan Keuter, MdBStefan KeuterAfD119 - Essen III Dagegen gestimmt
Rocco KeverAfD40 - Nienburg II – Schaumburg Dagegen gestimmt
Portrait von Misbah KhanMisbah KhanBÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN207 - Neustadt – Speyer Dagegen gestimmt
Portrait von Roderich KiesewetterRoderich KiesewetterCDU/CSU270 - Aalen – Heidenheim Dafür gestimmt
Michael Kießling MdB_Quelle Oliver GrünerMichael KießlingCDU/CSU223 - Starnberg – Landsberg am Lech Dafür gestimmt
Portrait von Georg KippelsGeorg KippelsCDU/CSU90 - Rhein-Erft-Kreis I Dafür gestimmt
Portrait von Helmut KleebankHelmut KleebankSPD77 - Berlin-Spandau – Charlottenburg Nord Dafür gestimmt
Ottilie KleinOttilie KleinCDU/CSU81 - Berlin-Neukölln Dafür gestimmt
Portrait von Kurt Klaus KleinschmidtKurt Klaus KleinschmidtAfD2 - Nordfriesland – Dithmarschen Nord Dagegen gestimmt
Portrait von Lars KlingbeilLars KlingbeilSPD35 - Rotenburg I – Heidekreis Dafür gestimmt
Portrait von Julia KlöcknerJulia KlöcknerCDU/CSU200 - Kreuznach Dafür gestimmt

Weiterführende Links

Gesetzentwurf der Bundesregierung

Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit

Bericht des Haushaltsausschusses

Weitere namentliche Abstimmungen

Erster Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke: abgelehnt mit 58 Ja-Stimmen, 462 Nein-Stimmen, 80 Enthaltungen

Zweiter Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke: abgelehnt mit 135 Ja-Stimmen, 456 Nein-Stimmen, keine Enthaltungen

Dritter Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke: abgelehnt mit 57 Ja-Stimmen, 456 Nein-Stimmen, 75 Enthaltungen

Vierter Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke: abgelehnt mit 267 Ja-Stimmen, 326 Nein-Stimmen, sechs Enthaltungen

Beschlussempfehlung zu Antrag der Fraktion Die Linke "Krankenversicherte entlasten, nicht belasten": Beschlussempfehlung angenommen mit 542 Ja-Stimmen, 55 Nein-Stimmen, einer Enthaltung. Antrag wurde damit abgelehnt.