Da sich CDU/CSU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz nicht am kandidierendencheck beteiligte, bleiben seine Positionen unklar. Deshalb betrachten wir stattdessen das Spitzenpersonal der Union, wobei der Fokus aufgrund der niedrigen Teilnahmequote der CSU vor allem auf der CDU liegt.
Die Mehrheit der Unions-Direktkandidierenden stimmt in den meisten politischen Fragen überein, doch bei einzelnen Themen ist sich selbst das Spitzenpersonal nicht einig.
Ein Beispiel ist die staatliche Förderung erneuerbarer Energien. Diese wurden 2024 mit rund 18,5 Milliarden Euro unterstützt. Während der erste parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Thorsten Frei einen schrittweisen Abbau der Förderung befürwortet, spricht sich eine knappe Mehrheit von 52% der Unions-Kandidierenden dagegen aus. Unter den Gegner:innen befinden sich auch prominente Namen, wie die Bundesschatzmeisterin Julia Klöckner sowie Bundesvorstandsmitglied Christina Stumpp.
Auch beim Thema Verteidigungsausgaben zeigt sich eine ähnliche Uneinigkeit. Deutschland hat 2024 erstmals das NATO-Ziel erreicht und 2 % des Bruttoinlandsprodukts für Militär und Verteidigung ausgegeben. Die Forderung nach einer weiteren Erhöhung auf 3 % sorgt für Diskussionen: 55 % der CDU/CSU-Kandidierenden unterstützen eine Erhöhung der Militärausgaben, darunter auch Thorsten Frei und Daniela Ludwig (CSU), die ehemalige Bundesdrogenbeauftragte. Gleichzeitig gibt es in der Parteiführung namhafte Gegenstimmen: Die ehemalige Bundesministerin Julia Klöckner, die stellvertretende Generalsekretärin Christina Stumpp und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Patricia Lips lehnen eine Erhöhung ab.