Keine Verwendung von geschlechtergerechter Sprache

Der Bundestag stimmt über einen Antrag der AfD ab, in welchem die Fraktion dazu auffordert, zugunsten einer "besseren Lesbarkeit" auf die Verwendung geschlechtergerechter Sprache durch die Bundesregierung sowie in Drucksachen des Bundestages zu verzichten. 

Der Antrag wurde mit 531 Nein-Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und FDP abgelehnt. Dafür stimmte lediglich die antragsstellende Fraktion der AfD.

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Dafür gestimmt
74
Dagegen gestimmt
531
Enthalten
3
Nicht beteiligt
101
Abstimmungsverhalten von insgesamt 709 Abgeordneten.
Name Fraktion Wahlkreis Stimmverhalten Absteigend sortieren
Portrait von Georg Nüßlein Georg Nüßlein fraktionslos 255 - Neu-Ulm Enthalten
Portrait von Alexander Kulitz Alexander Kulitz FDP 291 - Ulm Enthalten
Portrait von Alexander Müller Alexander Müller FDP 178 - Rheingau-Taunus - Limburg Enthalten
Portrait von Alexander Dobrindt Alexander Dobrindt CDU/CSU 226 - Weilheim Dagegen gestimmt
Portrait von Frank Schäffler Frank Schäffler FDP 134 - Minden-Lübbecke I Dagegen gestimmt
Portrait von Michael Donth Michael Donth CDU/CSU 289 - Reutlingen Dagegen gestimmt
Portrait von Wolfgang Hellmich Wolfgang Hellmich SPD 146 - Soest Dagegen gestimmt

Die AfD kritisiert in ihrem Antrag die Verwendung der gendergerechten Sprache durch die Bundesregierung. Das Gendern führe zu einer "natürlichen Verunstaltung der deutschen Sprache, durch welche ihre Verständlichkeit erheblich eingeschränkt wird". Außerdem sei das generische Maskulinum ausreichend, da es jedes natürliche Geschlecht umfasse und geschlechtergerechte Sprache somit überflüssig mache.

Als weitere Begründung geht aus dem Antrag hervor, dass die Anwendung der gendergerechten Sprache zur Verwirrung beim Lesen führen könne.

Im Antrag der AfD wird deshalb gefordert, dass die Bundesregierung in jeglichen Äußerungen auf geschlechtergerechte Sprache verzichtet, "insbesondere in Form von Gender-Sternen, Doppelpunkten, Binnen-Is, Schräg- oder Unterstrichen etc.".

Der Antrag wurde mit 531 Nein-Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und FDP abgelehnt. Dafür stimmte lediglich die antragsstellende Fraktion der AfD. Es gibt außerdem drei Enthaltungen.

Kommentare

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Sehr geehrte Frau Zimmermann Was halten sie von der gendergerechten Sprache? Wie stehen Sie zu dem Antrag von einigen Parteigenosse Frau Wagenknecht aus der Partei auszuschließen?
Frdl. Gruß H Sauer

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Zu diesem Thema sollte man einmal das unter der Gendersprache leidende Volk befragen, denn ein großer Teil ist vermutlich gegen die Verschlimmbesserung unserer Sprache. Eine im Juni von der "Berliner Woche" durchgeführte Umfrage, ergab hier ein ziemlich deutliches Ergebnis bei ungewöhnlich hoher Beteiligung. Bei sonstigen Umfragen liegt die Beteiligung meist zwischen 1000 und 2500 Peronen, beim Thema Gendsersprache jedoch bei ungewöhnlich hohen 4203 Teilnehmern. Nur 3 % haben sich dafür ausgesprochen, jedoch 97 % dagegen. Deutlicher kann eine Umfrage nicht ausfallen. Auch die meisten zu googelnden Umfrageergebnisse sind hier sehr eindeutig. Also warum um Himmels Willen soll sich eine eindeutige Mehrheit einer eindeutigen Minderheit unterordnen. Hier ein Auszug aus Wikipedia: "Bis Ende September 2020 hatten laut einer Umfrage des Bundesinnenministeriums unter den 16 Bundesländern insgesamt 394 Personen den Eintrag „divers“ oder „ohne Angabe“ nach eigener Wahl erhalten (etwa 70 % „divers“, vermutlich 275 Personen); 19 Neugeborene wurden als „divers“ eingetragen und 11 „ohne Angabe“ des Geschlechts (offengelassen)"! Ich möchte ausdrücklich betonen, nicht gegen geschlechtsneutrale Gleichstellung, Schwule, Lesben oder wie auch immer sich ein Mensche selbst einstuft, zu sein, aber wegen eines prozentual so niedrigen Anteils der Bevölkerung unseren Sprachgebrauch auf den Kopf zu stellen, lehne ich grundsätzlich ab.

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Es wäre wünschenswert, in die Diskussion eine differenzierte Betrachtung zu bekommen. Generell muss in der Sprache auf alle Geschlechter Rücksicht genommen werden. Ich selbst achte auf möglichst neutrale Formulierungen, gehe ins Passiv. Es müsste ein völlig neues Konzept her, ohne dass Rede- oder Schreibfluss dadurch gestört werden.
So lange wir keine echte Gleichberechtigung leben, brauchen wir Brücken. Nichtsdestotrotz sehe ich die Schwächung der Männer, diese allerdings auf anderer Ebene. Auch das ist ungesund und schwächt uns dauerhaft als Gesellschaft.

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