Änderungen am KI-Gesetz und Verbot von "Nudifier-Apps“

Im EU-Parlament wurden Änderungen am europäischen Gesetz über Künstliche Intelligenz (KI-Gesetz) verabschiedet. Die sogenannte "Digital-Omnibus-Verordnung" soll dafür sorgen, die bestehenden Vorschriften zu vereinfachen und ihre Umsetzung zu erleichtern.

Kern der Neuregelung ist die Verschiebung bestimmter Vorgaben des KI-Gesetzes von 2024. Die rechtlichen Verpflichtungen für KI-Systeme, die als besonders risikoreich eingestuft werden, sollen nun erst ab dem 2. Dezember 2027 gelten. Für KI-Systeme, die unter spezielle EU-Sicherheitsvorschriften fallen, ist der Geltungsbeginn auf den 2. August 2028 verschoben worden. Nach Angaben der Berichterstatter:innen soll dies Unternehmen und Behörden mehr Zeit geben, da wichtige technische Standards, Leitlinien und Verfahren zur Überprüfung der Vorschriften noch nicht vollständig vorliegen. Darüber hinaus werden einige Regelungen vereinfacht oder angepasst. Betroffen sind unter anderem Vorgaben zur KI-Kompetenz, zur Verarbeitung sensibler personenbezogener Daten zur Erkennung von Verzerrungen in KI-Systemen, zur Cybersicherheit sowie zu sogenannten Reallaboren, in denen neue KI-Anwendungen unter Aufsicht getestet werden können.

Ein weiterer Bestandteil der Reform ist das Verbot von KI-Systemen, die Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch oder nicht einvernehmliche intime Bilder erzeugen. Dazu zählen auch sogenannte „Nudifier-Apps“, die mithilfe künstlicher Intelligenz realistische Nacktaufnahmen oder sexuelle Darstellungen identifizierbarer Personen ohne deren Zustimmung erstellen können.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Insgesamt wurden die neuen Vorgaben mit 423 Ja-Stimmen zu 57 Nein-Stimmen bei 174 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 66 dafür und elf dagegen. Es gab 13 Enthaltungen.

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Dafür gestimmt
66
Dagegen gestimmt
11
Enthalten
13
Nicht beteiligt
5
Abstimmungsverhalten von insgesamt 95 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Christine AndersonChristine AndersonESN Enthalten
Portrait von Rasmus AndresenRasmus AndresenGrüne/EFA Dafür gestimmt
Anja ArndtESN Nicht beteiligt
Portrait von René AustRené AustESN Enthalten
Portrait von Katarina BarleyKatarina BarleyS&D Dafür gestimmt
Portrait von Arno BausemerArno BausemerESN Enthalten
Portrait von Hildegard BenteleHildegard BenteleEVP Dafür gestimmt
Sibylle Bergfraktionslos Dagegen gestimmt
Portrait von Stefan BergerStefan BergerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Gabriele BischoffGabriele BischoffS&D Dafür gestimmt
Portrait von Michael BlossMichael BlossGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Damian BoeselagerDamian BoeselagerGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Irmhild BoßdorfIrmhild BoßdorfESN Enthalten
Bild M. BuchheitMarkus BuchheitESN Enthalten
Portrait von Udo BullmannUdo BullmannS&D Dafür gestimmt
Portrait von Delara BurkhardtDelara BurkhardtS&D Dafür gestimmt
Petr BystronPetr BystronESN Enthalten
Portrait von Anna CavazziniAnna CavazziniGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Vivien CostanzoVivien CostanzoS&D Dafür gestimmt
Tobias CremerS&D Dafür gestimmt
Portrait von Fabio De MasiFabio De Masifraktionslos Dagegen gestimmt
Özlem DemirelÖzlem DemirelThe Left Dagegen gestimmt
Portrait von Christian DoleschalChristian DoleschalEVP Dafür gestimmt
Portrait von Siegbert DroeseSiegbert DroeseESN Enthalten
Portrait von Lena DüpontLena DüpontEVP Dafür gestimmt