Kampf gegen Piraten

Deutsche Soldaten werden sich an der EU-Mission gegen die Piraterie vor der Küste Somalias beteiligen. Das hat der Bundestag mit großer Mehrheit beschlossen. In dem Antrag der Bundesregierung ist ausdrücklich von "Anwendung militärischer Gewalt" durch die deutschen Streitkräfte die Rede.

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Dafür gestimmt
490
Dagegen gestimmt
55
Enthalten
12
Nicht beteiligt
54
Abstimmungsverhalten von insgesamt 611 Abgeordneten.
Name Fraktion Wahlkreis Stimmverhalten Absteigend sortieren
Wolfgang Strengmann-Kuhn DIE GRÜNEN Enthalten
Gregor Amann SPD 183 - Frankfurt am Main I Enthalten
Wolf Bauer CDU/CSU 93 - Euskirchen - Erftkreis II Enthalten
Petra Hinz SPD 121 - Essen III Enthalten
Detlef Müller SPD 164 - Chemnitz Enthalten
Irmingard Schewe-Gerigk DIE GRÜNEN 140 - Ennepe-Ruhr-Kreis II Enthalten
Dr. Anton Hofreiter MdB Anton Hofreiter DIE GRÜNEN 223 - München-Land Enthalten

Die EU-geführte Operation ATALANTA soll die vor der Küste von Somalia operierenden Piraten abschrecken und bekämpfen. Dabei soll zum einen die durch Piratenüberfälle gefährdete humanitäre Hilfe für die Not leidende somalische Bevölkerung sichergestellt werden. Zum anderen soll die Operation den zivilen Schiffsverkehr auf den dortigen Handelswegen sichern, Geiselnahmen und Lösegelderpressungen unterbinden und das Völkerrecht durchsetzen. Hierzu sei die somalische Übergangsregierung gegenwärtig nicht in der Lage, heißt es im Antrag der Bundesregierung.

Bei der Operation ATALANTA handelt es sich um ein robustes Mandat, das die Soldatinnen und Soldaten ermächtigt, "alle erforderlichen Maßnahmen einschließlich der Anwendung militärischer Gewalt zu ergreifen". Zum Auftrag der max. 1.400 deutschen Streitkräfte gehören: Schutz für die Schiffe des UN-Welternährungsprogramms unter anderem "durch die Präsenz von bewaffneten Kräften an Bord dieser Schiffe" im Einzelfall und bei Bedarf Schutz von zivilen Schiffen im Operationsgebiet, Überwachung der Gebiete vor der Küste Somalias, einschließlich der somalischen Hoheitsgewässer, die Gefahren des Seeverkehrs darstellen Durchführung der erforderlichen Maßnahmen, "einschließlich des Einsatzes von Gewalt", zur Abschreckung, Verhütung und Beendigung von seeräuberischen Handlungen oder bewaffneten Raubüberfällen, "die im Operationsgebiet begangen werden könnten" "Aufgreifen, Festhalten und Überstellen von Personen, die in Verdacht stehen, seeräuberische Handlungen oder bewaffnete Raubüberfälle begangen zu haben" sowie Beschlagnahme der Seeräuberschiffe, der Ausrüstung und der erbeuteten Güter. Diese Maßnahmen erfolgen mit Hinblick auf die eventuelle Strafverfolgung durch Deutschland, andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder aufnahmebereite und zur Strafverfolgung bereite Drittstaaten.

Das Einsatzgebiet der Operation ATALANTA umfasst ein Gebiet bis zu 500 Seemeilen vor der Küste Somalias und seiner Nachbarländer. Rechtsgrundlage des Mandats ist u.a. das allgemeine Völkerrecht, das UN-Seerechtsübereinkommen, diverse UN-Resolutionen sowie ein Beschluss der Europäischen Union im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Die einsatzbedingten Zusatzausgaben für den zwölfmonatigen Einsatz der deutschen Soldatinnen und Soldaten belaufen sich auf 45 Mio. Euro.

Weiterführende Links:

Antrag der Bundesregierung "Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der EU-geführten Operation ATALANTA zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias" (pdf)

Kommentare

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Wurde aber auch endlich Zeit !
Die Neinstimmen kann ich nicht begreifen !!!

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Duetsche Soldaten haben nirgendwo auf der Welt etwas verloren. Und in Zeiten, in denen wir in Deutschland Armut und Arbeitslosigleit, Finanzkrise und unehrliche Manager und Politiker haben, aalso kein Geld stattdessen noch Kredite aufnehmen, ist es ein Witz das wir solch größenwahnsinnige Projekte unterstützen.
Sollen erstmal die afrikanischen Staaten klar kommen und anstatt die Gelder in Rüstung und dunkle Kanäle verschwinden zu lassen diese Gelder einsetzen, damit es keine Piraterie mehr gibt. Aber das ist ja auch gar nicht gewollt, schließlich verdienen Firmen wie Haliburton Milliarden am Krieg, nicht wahr?

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Schön das unsere Truppe jetzt endlich nicht nur den Zeigefinger erheben darf. Was nützt es denn, wenn man den Piraten sagt, ", Ihr bösen dürft das nicht ", hat aber nicht wirklich die erlaubnis Gewalt einzusetzen. Im Gegenteil, man muss warten bis die Piraten zuerst schiessen. Das ist doch wohl die Lachplatte gewesen.
Zu Kommentar #2: Sicher viele verdienen an Waffenhandel und krigerischen Auseinandersetzungen und leider fließen viele Gelder in dunkle Kanäle. Was Hilft dagegen? =>, Sofortige weltweite Einstellung der Waffenproduktion, weltweite vernichtung aller Waffen und Einstellung der Entwicklungshilfe in Geldform. Praktikabel? Nein. jeder Ast kann zu einer Waffe werden. leider ist die Menscheit ein Riesiger Kindergarten!!

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Pirateriebekämpfung vor Somalia. Das ist natürlich ein Thema, welches das ganze Land vor den Fernseher holt. Wen wundert´s?
Was allerdings völlig untergeht, sind Hintergründe des Notleidens der somalischen Bevölkerung. Der aktuelle Aspekt Sicherstellung humanitärer Hilfe durch den Einsatz wird durch die Operation Atlanta behandelt.
Allerdings werden dadurch nicht die Fische zurückgeholt oder wieder aufgezüchtet, die durch jahrzehntelange illegale Aktivitäten auch der europäischen Nahrungsmittelgiganten in somalischen Hoheitsgewässern dezimiert oder ausgerottet worden sind. Kein Hinweis darauf, obwohl durchaus bekannt (u. a. in der Zeit berichtet). Somalische Fischer haben deshalb nichts oder sehr viel weniger zu essen. Ökologische Wiederansiedlungsprogramme auch als Nahrungsmittelquelle tun not.

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Ein Grund für Piraterie mag der sozialen Situation geschuldet sein. Jedoch ist es doch auch leider so das das meiste des erpressten Geldes bei den Warlords in der Region verbleibt. Und natürlich muß der Internationale Warenverkehr entsprechend geschützt werden. Schutz aber vor bewaffneten Banden/Piraten kann nur durch Waffen gewährleistet werden die man auch bereit ist einzusetzten bzw wenn man diese auch einsetze darf. daher war diese Votum längst überfällig

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Die Ja-Stimmen sind nicht zu begreifen! Bei allen bisherigen Bundeswehr-Mandaten konnte man wenigstens noch einen völkerrechtlichen Bezug hineininterpretieren (auch wenn er, siehe Afghanistan, definitiv nicht gegeben war und die humanitäre Hilfe und der angeblich beabsichtigte Aufbau komplett ausbleibt oder die Situation noch dramatischer wird, wie etwa mit dem Anstieg der Schlafmohnanbaus für die Heroinproduktion in Afghanistan um 62 Prozent!). Aber ein Kampf gegen Piraten??? Wie war das noch gleich mit dem Krieg als ultima ratio??? Hat irgend jemand auch nur versucht, die Situation vor Ort zu lösen? Die örtlichen Ordnungskräfte zivil zu unterstützen? Soziale Ursachen von Kriminalität und sozialen Spannungen im Land zu beheben durch eine Entwicklungspolitik, die diesen Namen verdient hätte? - Fehlanzeige!!! Gilt diesen ekelhaften Ja-Sagern eigentlich das Völkerrecht noch irgendetwas?

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Heute Deutschland und morgen die ganze Welt??? Weswegen werden die Bürgerinnen und Bürger derartig entmündigt? Im Zeitalter der Digitalisierung kann die Volksmeinung innerhalb von Stunden eingeholt werden. Aber wir durften uns ja auch schon zum Euro nicht artikulieren!!! Nur weiter so, bald wird die Regierung sich ein anderes Volk wählen müssen.....

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Da ich als mündiger Bürger meine Meinung sagen darf möchte ich auch dieses tun.
Mein Jahrgang(1942)hat noch in Erinnerung das es nach dem Kriegende mal hieß
1.das nie wieder eine Mutter ihren Sohn beweihnt
2.das nie wieder ein Deutscher eine Waffe in die Hand
nimmt !!! wie sieht die Gegenwart aus?
können die Abgeor...die mit Ja gestimmt haben auch diese mit Ihren Gewissen (vorallen die Christlichen Parteien) vereinbaren ????

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Dieses eindeutige Ja war notwendig!!

Was sollen die Jungs da unten, wenn sie eh nichts unternehmen dürfen?

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Es ist müßig, auf Ursachen der Piraterie hinzuweisen. Die sind unstrittig. Unstrittig ist aber auch, dass niemand zusehen kann, wenn internationale Seewege derart gefährdet sind. Alle handeltreibenden Völker haben daran Interesse, was auch die weltweite Unterstützung für die Maßnahmen gegen die Piraterie angeht.

Stimmen, die hier Verstöße gegen das Völkerrecht sehen oder von Kriegstreibereien reden, sollten sich etwas zurücknehmen. Auch ohne Bundestagsmandat wäre es möglich gewesen, effektiv gegen die Piraterie vorzugehen. Das Völkerrecht gibt hierzu das Recht. Und unser Grundgesetz geht im Völkerrecht auf.

Ein Einsatz der Marine im Rahmen der Atalantamission ist so ziemlich die einzige Mission, die jenseits jeglicher Diskussion stehen sollte. Hier werden nicht sinnlos Steuergelder verpulvert, wie bei den Missionen UNIFIL und OEF, hier werden keine Soldaten ungeschützt in kriegerische Handlungen verwickelt, wie es in Afghanistan der Fall ist.

Wer sich darüber ereifert, dass ",westliche Interessen", mit Gewalt durchgesetzt werden, sei daran erinnert, dass sich diese Interessen lediglich auf freie und sichere Meere bezieht. Verwerfliches ist daran wohl kaum zu erkennen:

In seltener Eintracht fahren bald amerikanische, russische, chinesische, indische und europäische Schiffe nebeneinander, um diese Freiheit der Meere zu gewährleisten. Weil sie alle Handel treiben.

Es ist lediglich bedauerlich, dass offenbar schon reflexartig alles abgelehnt wird, was nur nach Militär klingt. Aber wer sollte sonst die krimninellen Aktivitäten stoppen?

Natürlich nicht die somalischen Behörden. Es ist Unsinn, was die LINKEN vorschlugen. Ein Aufbau einer somalischen Küstenwache ist im Moment überhaupt nicht möglich aufgrund vollkommen fehlender Strukturen. Es ist auch Unsinn, den Aufbau des Landes zu fordern, ohne der jetzigen Situation offensiv entgegenzutreten. Die Hilfe für Somalia ist zwingend erforderlich, würde aber nicht den kurzfristigen Stopp der Piraterie bedeuten.

Es wäre auch schön, wenn hier und da nicht nur über schützenswerte Waren geschrieben würde. 214 Menschen befinden sich immer noch vor Somalia in Geiselhaft. Europäer wie Asiaten, Matrosen wie private Segler- alle sind betroffen.

Schon deshalb fehlt mir das Verständnis für die Damen und Herren, die sich verweigerten bzw. erst gar nicht an der Abstimmung teilnahmen.

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Einsatz der Deutschen vor Somalia ja, aber nur wenn
ein sinnvoller Einsatz erfolgt.
Was macht das für einen Sinn , wenn Piraten entwaffnet werden mit der Verwarnung, ihr bösen Buben tut das bitte nicht mehr. Am nächsten Tag
sind alle wieder bewaffnet und treiben ihr Spiel wieder
weiter. Ich hoffe ,daß andere Länder sinnvoller und
überlegter handeln

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Und wider werden Mütter um ihre Söhne, Kinder um ihren Papa und Frauen um ihre Männer weinen.
Bin Jahrgang 1940 und weis wovon ich rede.
Wo sind in Deutschland die Demonstrirenden
Pazifisten ? Vor ein paar Jahren grölten gerade diese
noch nie wider Krieg . Armes Deutschland

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Diese undurchdachte parzifistische Gejammer ist kaum noch zu ertragen. Es hat einen 2. Weltkrieg gegeben, es hat von Deutschland ausgehend auch Verbrechen gegeben, die in der menschlichen Geschichte einmalig waren.

Trotzdem, das hat nichts mit der Situation vor Somalia zu tun. Es gibt ein Problem das gelöst werden muß. Ein Problem, dass sich nicht allein durch Handauflegen, Bedenkenträgerei und nebulöse Forderungen gelöst werden kann.

Ich finde das Ja theoretisch gut. Praktisch wird es allerdings Probleme bringen. Sollte die Bundesmarine wirklich eingreifen, haben wir anschliessend dicke Schlagzeilen, die die armen Piraten beweinen und noch besser, Piraten, die an deutsche Gerichte überstellt werden, hier eine Haftstrafe verbringen und anschließend wahrscheinlich eingebürgert werden.

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Die passende modifizierte bundesrepublikanische Version, frei nach der Hunnenrede Kaiser Wilhelms II zur Verabschiedung des 1400 Mann/Frau starken Marinekorps zum „ Kampf“ gegen die Piraten am Horn von Afrika :

",Große überseeische Aufgaben sind es, die der neu entstandenen Deutschen Bundesrepublik zugefallen sind, Aufgaben weit größer, als viele Meiner Landsleute es erwartet haben. Deutschland hat seinem Charakter nach die Verpflichtung, seinen Reedern sofern diese im Ausland bedrängt werden, beizustehen. Die Aufgaben, welche das alte Römische Reich deutscher Nation nicht hat lösen können, ist Deutschland nun in der Lage zu lösen. Das Mittel, das ihm dies ermöglicht, ist unsere Marine.

In sechzigjähriger treuer Friedensarbeit ist sie herangebildet worden nach den Grundsätzen unserer Verfassung. Auch ihr habt eure Ausbildung nach diesen Grundsätzen erhalten und sollt nun vor dem Feinde die Probe ablegen, ob sie sich bei euch bewährt haben. Eine große Aufgabe harrt Eurer: ihr sollt das schwere Unrecht, das geschehen ist, bloß nicht sühnen. Die Piraten haben das Völkerrecht umgeworfen, sie haben in einer in der Weltgeschichte nicht erhörten Weise der Heiligkeit der Containerschiffe, den Pflichten des Gastrechts Hohn gesprochen. Es ist das um so empörender, als dies Verbrechen begangen worden ist aus einem Land, das auf seine uralte Kultur stolz ist. Bewährt die alte preußische Tüchtigkeit, zeigt euch als Christen im freundlichen Ertragen von Leiden, möge Ehre und Ruhm euren Fahnen und Waffen folgen, gebt an Manneszucht und Disziplin aller Welt ein Beispiel.

Ihr wisst es wohl, ihr sollt nicht fechten gegen einen verschlagenen, tapferen, gut bewaffneten, grausamen Feind. Kommt ihr an ihn, so wisst :Es wird ausschließlich Pardon gegeben. Gefangene werden nicht gemacht, sondern nur Feststellung der Personalien . Führt Migrations-Flyer und Asylanträge so mit Euch , dass auf tausend Jahre hinaus kein Pirat es mehr wagt, einen Deutschen scheel anzusehen ohne los zu lachen. Wahrt Manneszucht. Der Segen Gottes sei mit euch, die Gebete eines ganzen Volkes, Meine Wünsche begleiten euch, jeden einzelnen. Öffnet der Kultur den Weg ein für allemal! Nun könnt ihr reisen! Adieu Kameraden!",

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Die Entscheidung finde ich vollkommen in Ordnung!
Recht und Sicherheit muessen durchgesetzt werden
im ganz einfachen,konsequenten und praktischen
Sinne.Wenn eine moderne und von mir aus auch
teure Marine zur Verfuegung steht ,dann ist es fuer mich
naheliegend,dass diese fuer vernuenftige Missionen auch eingesetzt wird.Ichbin der Meinung,dass in
Deutschland viel zu viel Unentschlossenheit aufgrund
der geschichtlichen Situation vorhanden ist.Hier geht
es nicht um militaerische Machtinteressen,sondern
um Piraterie und Verbrechen abzuwehren.Diese Verpflichtung hat ein korrekter Staat mit einer relativ
modernen Marine,denn selbige ist nicht nur dazu da,
um auf der Ostsee Spazieren zu fahren.
Vorab moechte ich sagen,dass ich politisch neutral gesinnt bin,links,rechts,oben,unten ist mir nicht so
wichtig,aber die Damen und Herren der Parteien,welche gegen diesen Einsatz stimmten wuerde mich interessieren wie sie sich fuehlen wuerden wenn sie als Bootscrew von Kriminellen
auf See ueberfallen werden.Normaldenkende und
wertorientierte Menschen ueberlegen erstmal in
diese Richtung bevor sie mit pseudopazifistischen
und aehnlichen Argumenten versuchen gute politische Entscheidungen zu boykottieren. mfg CM

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Ich kann in den einzelnen Kommentaren kein wirkliches Gejammer feststellen und bin der Überzeugung, daß es durchaus legitim ist für eine Republik, sich an Verteidigungsmissionen und verschiedenen Sicherungsmaßnahmen in Kooperationen aktiv zu beteiligen. Handelt es sich bei diesem Einsatz doch um eine friedenssicherende bzw. friedens - wiederherstellende Maßnahme. Das Bemühen um Demokratie, Frieden und Sicherheit in Ländern wie u.a. Afrika kann nur erfolgreich sein, wenn man Terrorismus, was diese Piraterie auch darstellen kann, und Fachismus gezielt, rechtsstaatlich und erfolgreich gemeinsam entgegen wirkt. Sicher ist der militärische Einsatz immer nur letzte Handhabe. Bedauerlicherweise wie in Gaza auch für Pazifisten unvermeidbar. Von daher finde ich die Abstimmung bedauerlich, das Abstimmungsverhalten (außer das der ohnehin fragwürdigen Linken) und - ergebnis richtig.

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ich denke das es auf diese weise nicht helfen wird, da es, so schlimm es auch klingt die einzige ",arbeit", ist, die diese menschen ausführen können. wenn es ein land gibt das ich momentan nicht besuchen wollte dann ist es somalia.

das problem muss an den wurzeln angepackt werden, was in somalia äußerst schwirig ist, da die einwohner sicher keine soldaten in ihrem land dulden würden, die die struktur des landes wieder aufbauen.

die bundeswehr ist eine einrichtung die zum schutz deutschlandes gedacht ist. trotzdem agiert sie in diversen andern ländern um diese zu ",demokratisieren",. wenn man die bundeswehr abschaffen würde, und anstatt dessen experten für bestimmte bereiche zum helfen im ausland ausbilden würde, käme man deutlich weiter

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Den Einsatz gegen die Piraten auf dem offenen Meer halte ich nicht für richtig.Diese Piraten sind doch nur Handlanger von mächtigen Verbrecher-organisationen
oder Staaten,die auch von europäischen Waffenliefer-
ungen erst erst stark gemacht wurden.Hier muss an-
gesetzt werden und die Waffenlieferanten enttarnen.
So wie ich weiß ist die Bundesrepublik der dritt größte
Waffenexporteur auf der Welt....?

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Ich finde es vollkommen richtig, dass auch auf Hoher See es keinen rechtsfreien Raum gibt. Falls Piraten ein Schiff angreifen und Geiseln und deren Tod billigend in kauf nehmen, finde ich es nur genauso Recht, dass auch Piraten mit allem rechnen müssen. Für mich heisst das im Gegenzug aber auch, dass präventiv ein Piratenschiff angegriffen werden kann. Die westliche zivilisierte Welt braucht sich nicht alles gefallen lassen.

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Ich finde es unfassbar, dass eine so große Anzahl an Abgeordneten für die radikale Bekämpfung der ",Piraten", gestimmt haben. Meiner Meinung nach ist es naiv das ",Piratenproblem", mit ein paar Kriegsschiffen abzuhaken, anstatt sich die Fragen zu stellen: Wer sind hier eigendlich die Piraten?
Warum werden die Schiffe überfallen? - Vielleicht weil die ",Piraten", und ihre Familien kurz vor dem Verhungern sind? Natürlich ist Überfall und Geiselname der falsche Weg. Doch, was sollen sie sonst tun?!

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Ich denke das jeder nicht entführte oder nicht getöteter Seemann es wert ist diesen Einsatz durchzuführen.
Das auch langfristig und auf anderen Ebenen gegen diese Piratenindustrie und gegen die Armut, die Piraten produziert, etwas unternommen werden muß ist keine Frage.

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Jeder, der diesen Einsatz allein als Lösung des Problems unterstützt, sollte sich bitte eines vor Augen führen:

Der so rasch beschlossene Einsatz gegen die Piraten vor dem Horn von Afrika zeugt wieder einmal von dem traumwandlerisch leichtsinnigen Umgang westlicher Regierungen mit internationalen Konflikten. Diese werden entweder nur dann als interessant betrachtet, wenn der Zugang zu strategisch wichtigen Ressourcen des Westens gefährdet ist oder durch verbrecherische Vorgänge wie die Piratenangriffe die internationalen Handelsbeziehungen beeinträchtigt werden.
Diese Haltung wird den eigentlichen inneren Spannungen und dem allgemein desolaten Zustand des Staates Somalia, was zweifellos der Hauptgrund für diesen rasanten Anstieg der Piratenangriffe ist, zwar keinesfalls gerecht, konnte aber in der Vergangenheit bereits dort und anderswo deutlich beobachtet werden.

Zwar gab es 1992 eine sogenannte humanitäre Intervention angeführt von den USA in Somalia, die das Land aus den Wirren des Bürgerkriegs und des damit verbundenen unvorstellbaren Leids herausführen sollte. Aber diese Mission wurde so unprofessionell und ebenfalls so kurzsichtig gehandhabt, dass ein Ereignis, die Schlacht von Mogadischu 1994 die Amerikaner zum Abzug vor der Erreichung ihrer selbstgesteckten Ziele zwang.
Weitere Jahre vergingen, bis man auf Grund des paranoiden Kriegs gegen den Terror von Amerika aus wieder nach Somalia blickte, wo eine ",Union islamischer Gerichte", inzwischen die Macht übernommen hatte. Im Bestreben, die eigenen geopolitischen Interessen durchzusetzen, begann man, das zu tun, was man bis dahin noch am besten konnte: Man rüstete die Gegner der Union, die Kreigsherrn im ",Bündnis für Frieden und gegen Terrorismus", auf, ohne sich um Vorwürfe der Menschenrechtsverletzung durch diese Organisation zu kümmern. Der Plan war jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Heute erleben wir also wieder eine ausländische Intervention, den europäischen-internationalen Einsatz gegen die Piraterie im Golf von Aden, einer der Weltschifffahrtsrouten. Was jetzt aber getan wird, ist nichts als ein Schnellschuss.
Der maßgebliche Grund für viele heutigen Piraten und ehemaligen Fischer, sich diesem Gewerbe zuzuwenden, war die Überfischung heimischer Fanggründe durch europäische Fangflotten. Anstatt die Verantwortung für eine verschärfte soziale Lage eines Bevölkerungsteils im bettelarmen Somalia zu übernehmen und den Aufbau sowie die weiteren Friedensbemühungen im Land voranzutreiben, schickt man nun Kriegsschiffe los, um Luxusyachten und Öltanker zu beschützen. Dass dies keine nachhaltige Lösung ist, muss einem spätestens dann klar werden, wenn ein Teil der früheren Piraten im Inland beginnt, von der Weltgemeinschaft unbehelligte, aber keineswegs weniger kriminelle Machenschaften zu tätigen und sich schlimmstenfalls wieder in den Bürgerkrieg zu stürzen.

Natürlich ist auch die Piraterie schärfstens zu verurteilen. Gerade dabei ist der Vorschlag der LINKEN für eine durch die Vereinten Nationen kontrollierte Küstenwache sinnvoll und richtig. Wer jedoch dann vor einer nachhaltigen und sinnvollen, wenn auch sehr viel schwerer zu erreichenden Lösung zurückschreckt und sich lieber mit vermeintlich wirkungsvollen Schnellschüssen abgibt, ist für die zukunftsorientierte Weltpolitik eher gefährlich denn nützlich.

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da werden jeden tag millionen tonnen ware durchgeschifft,
keiner von denen kommt auf die idee aussen herum zu fahren.

was sind schon weitere 6-8wochen mehr aufwand für eine
sichere passage. es geht nur um das liebe geld, wie so oft
bei diesen geschichten.

wer das leid der somalia nicht versteht, hat nicht verstanden, dass wir diese armen leute dazu zwingen uns auszurauben.

aber das wird dann wieder schön geredet und gut is.
da wird dann wieder bild gelesen und sich im TV
einseitig die geschichte angeschaut und schon is die
eigene meinung völlig dahin!

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Ich bin erschüttert, dass immer noch Menschen daran glauben, die Piraterie würde dazu dienen, die Familien am Horn von Afrika zu versorgen. Es handelt sich eindeutig um kriminelle Energie und Auffüllung der Kassen der terroristischen Szenerie. Ausserdem bereichern sich nur einzelne Kriminelle an den erpressten Gelder. Weit gefehlt wer daraus politisches Kapital schlagen will in unserem Land. Die Menschen lassen sich nicht mehr so leicht verdummen wie noch vor 20 Jahren.
Wer Kinder in den Krieg schickt, hat keine Gnade zu erwarten. Das Chaos im Land dort unten kann nur auf friedlicher Basis gelösst werden, das ist unumstritten, genauso wie der Kampf gegen die Piraterie und Kriminalität mit Mitteln des militärischen Schutzes.
Die Linken täten gut daran, sich nicht generell bockbeinig zu stellen, sondern kompotente Leute in den Wahlkampf zu schicken. Aber immerhin haben wir ja die Demokratie und können uns frei äussern und Meinungen bilden, ohne viel zu überlegen. Dieser letzte Satz geht eindeutig an die Linksparteien.

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