Verbesserter Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien

Das EU-Parlament hat über einen Bericht zu den Auswirkungen sozialer Medien und des digitalen Umfelds auf Kinder und Jugendliche abgestimmt. Darin fordern die Abgeordneten einen besseren Schutz junger Menschen vor schädlichen Inhalten und Funktionen, die zu einer besonders langen oder zwanghaften Nutzung von Online-Plattformen beitragen können. Dazu zählen etwa bestimmte Gestaltungselemente und Empfehlungssysteme, die Nutzer:innen möglichst lange auf einer Plattform halten sollen.

Der vom Ausschuss für Kultur und Bildung erarbeitete Bericht spricht sich für gemeinsame europäische Standards aus. So sollen Plattformen unter anderem sichere und datenschutzfreundliche Voreinstellungen sowie altersgerechte Angebote bereitstellen. Auch Verfahren zur Altersfeststellung sollen möglichst wenige persönliche Daten erheben. Darüber hinaus fordert der Bericht mehr Transparenz darüber, wie Algorithmen Inhalte auswählen und empfehlen, sowie eine konsequentere Durchsetzung bestehender EU-Regeln.

Folgende konkrete Maßnahmen werden von Social-Media-Unternehmen gefordert:

  • Alterskontrollen, ohne persönliche Daten zu sammeln oder zu speichern
  • mehr Transparenz bei den Algorithmen
  • einen „Jugendmodus“, der personalisierte Werbung für Minderjährige abschaltet
  • verbindliche ethische Standards für „KI-Begleiter“
  • mehr Transparenz bei den Daten, mit denen KI-Modelle trainiert werden
  • KI-Systeme sollen keine sexualisierten Bilder oder Videos von Personen ohne deren Zustimmung erzeugen, verändern oder manipulieren dürfen.

Hintergrund sind unter anderem mögliche Auswirkungen einer intensiven Nutzung sozialer Medien auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit junger Menschen. Der Bericht verweist außerdem auf Risiken wie Cybermobbing, problematische Inhalte, Schleichwerbung durch Influencer:innen und geschlechtsspezifische Belästigung. Neben strengeren Vorgaben für Plattformen sollen deshalb auch digitale und mediale Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen gestärkt werden. Schulen, Lehrkräfte, Familien, Jugendorganisationen und die Zivilgesellschaft sollen dabei stärker einbezogen werden. Gleichzeitig hebt der Bericht hervor, dass soziale Medien jungen Menschen auch Möglichkeiten zur Information, Kreativität und gesellschaftlichen Beteiligung bieten.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Der Bericht wurde insgesamt mit 395 Ja-Stimmen zu 136 Nein-Stimmen bei 80 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordenten stimmten 60 dafür und 19 dagegen. Es gab vier Enthaltungen.

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Dafür gestimmt
60
Dagegen gestimmt
19
Enthalten
4
Nicht beteiligt
12
Abstimmungsverhalten von insgesamt 95 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Sergey LagodinskySergey LagodinskyGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Bernd LangeBernd LangeS&D Nicht beteiligt
Katrin LangensiepenKatrin LangensiepenGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portraitfoto Marie-Sophie Lanig Marie-Sophie LanigEVP Dafür gestimmt
Portrait von Peter LiesePeter LieseEVP Dafür gestimmt
Portrait von Norbert LinsNorbert LinsEVP Dafür gestimmt
Portrait von Erik MarquardtErik MarquardtGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von David McAllisterDavid McAllisterEVP Nicht beteiligt
Portrait von Alexandra MehnertAlexandra MehnertEVP Dafür gestimmt
Verena Mertens MdEPVerena MertensEVP Dafür gestimmt
Hans NeuhoffESN Nicht beteiligt
Dr Hannah NeumannHannah NeumannGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Angelika NieblerAngelika NieblerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Maria NoichlMaria NoichlS&D Dafür gestimmt
Portrait von Jan-Christoph OetjenJan-Christoph OetjenRenew Nicht beteiligt
Portrait von Jutta PaulusJutta PaulusGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Friedrich PürnerFriedrich Pürnerfraktionslos Dagegen gestimmt
Portrait von Dennis RadtkeDennis RadtkeEVP Dafür gestimmt
Portrait von Terry ReintkeTerry ReintkeGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von René RepasiRené RepasiS&D Dafür gestimmt
Die Europaabgeordnete Sabrina Repp hat lange blonde Haare und ein schwarzes Oberteil an. Sie lächelt auf dem Bild, das einen roten Hintergrund hat.Sabrina ReppS&D Dafür gestimmt
Portrait von Nela RiehlNela RiehlGrüne/EFA Dafür gestimmt
MdEP Manuela Ripa (ÖDP)Manuela RipaEVP Dafür gestimmt
Portrait von Oliver SchenkOliver SchenkEVP Dafür gestimmt
Martin SchirdewanMartin SchirdewanThe Left Nicht beteiligt