Schließung der Gender Pay Gap

Das EU-Parlament hat einen Initiativbericht zur Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohn- und Rentengefälles (Gender Pay Gap) in der Europäischen Union angenommen. Hintergrund ist, dass Frauen in der EU im Durchschnitt weiterhin weniger verdienen als Männer und im Alter häufig niedrigere Renten erhalten.

Der Bericht analysiert verschiedene Ursachen für diese Unterschiede. Dazu zählen unter anderem der hohe Anteil von Frauen in geringer bezahlten Berufen, eine stärkere Verbreitung von Teilzeit- und atypischen Beschäftigungsverhältnissen sowie Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit, etwa aufgrund von Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen. Frauen übernehmen weiterhin einen großen Teil der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit, was sich langfristig auch auf ihre Einkommen und Rentenansprüche auswirken kann. Die Abgeordneten fordern deshalb verschiedene Maßnahmen, um die bestehenden Unterschiede zu verringern. Dazu gehören unter anderem mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern, eine stärkere Durchsetzung der bestehenden Regeln zum gleichen Entgelt für gleiche Arbeit sowie bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch ein besserer Zugang zu bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Betreuungs- und Pflegediensten wird als wichtiger Schritt genannt. 

Es sollen insgesamt politische Leitlinien formuliert werden, mit denen die Mitgliedstaaten die bestehenden Ungleichheiten verringern können. Gleichzeitig soll das Thema auch in künftigen Strategien der Europäischen Union zur Gleichstellung von Frauen und Männern stärker berücksichtigt werden.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der 96 deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Der Initiativbericht wurde insgesamt mit 458 Ja-Stimmen zu 72 Nein-Stimmen bei 98 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 74 dafür und 13 dagegen. Es gab zwei Enthaltungen von Friedrich Pürner (fraktionslos) und Andrea Wechsler (EVP).

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Dafür gestimmt
74
Dagegen gestimmt
13
Enthalten
2
Nicht beteiligt
6
Abstimmungsverhalten von insgesamt 95 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Christine AndersonChristine AndersonESN Dagegen gestimmt
Portrait von Rasmus AndresenRasmus AndresenGrüne/EFA Dafür gestimmt
Anja ArndtESN Nicht beteiligt
Portrait von René AustRené AustESN Dagegen gestimmt
Portrait von Katarina BarleyKatarina BarleyS&D Dafür gestimmt
Portrait von Arno BausemerArno BausemerESN Dagegen gestimmt
Portrait von Hildegard BenteleHildegard BenteleEVP Dafür gestimmt
Sibylle Bergfraktionslos Dafür gestimmt
Portrait von Stefan BergerStefan BergerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Gabriele BischoffGabriele BischoffS&D Dafür gestimmt
Portrait von Michael BlossMichael BlossGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Damian BoeselagerDamian BoeselagerGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Irmhild BoßdorfIrmhild BoßdorfESN Dagegen gestimmt
Bild M. BuchheitMarkus BuchheitESN Dagegen gestimmt
Portrait von Udo BullmannUdo BullmannS&D Dafür gestimmt
Portrait von Delara BurkhardtDelara BurkhardtS&D Dafür gestimmt
Petr BystronPetr BystronESN Dagegen gestimmt
Portrait von Anna CavazziniAnna CavazziniGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Vivien CostanzoVivien CostanzoS&D Dafür gestimmt
Tobias CremerS&D Dafür gestimmt
Portrait von Fabio De MasiFabio De Masifraktionslos Dafür gestimmt
Özlem DemirelÖzlem DemirelThe Left Dafür gestimmt
Portrait von Christian DoleschalChristian DoleschalEVP Dafür gestimmt
Portrait von Siegbert DroeseSiegbert DroeseESN Dagegen gestimmt
Portrait von Lena DüpontLena DüpontEVP Dafür gestimmt