Warum haben Sie diesem GKV-Gesetz zugestimmt, obwohl die psychotherapeutische Versorgung bereits heute an ihre Grenzen stößt?
Sehr geehrter Herr Bury,
laut der Gesundheitsanalyse der DAK-Gesundheit für das erste Halbjahr 2026 sind psychische Erkrankungen erstmals die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Gleichzeitig fehlen in der psychotherapeutischen Versorgung schon heute Behandlungskapazitäten.
Ich frage Sie als Psychologischer Psychotherapeut deshalb, wie Sie es rechtfertigen, einer Reform zuzustimmen, die nach Einschätzung von Fachleuten/Therapeuten die ambulante psychotherapeutische Versorgung signifikant schwächen wird.
Gerade bei psychischen Erkrankungen kann eine verzögerte Behandlung dazu führen, dass Erkrankungen länger bestehen, schwerer verlaufen und Arbeitsunfähigkeitszeiten zunehmen. Die daraus entstehenden Folgekosten belasten dann am Ende nicht nur die Betroffenen, sondern auch das Gesundheitssystem und die Gesellschaft.
Angesichts dieser Entwicklung braucht es aus meiner Sicht doch eher einen Ausbau der Versorgung und keine Verknappung.

