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Yannick Bury
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Frage von Valerie C. •

Unterstützen Sie die Kopplung des Renteneintritts an das Lebensalter?

Sehr geehrter Herr Bury,

die Kopplung der Rente an ein immer höheres Lebensalter ist sozial und wirtschaftlich rückwärtsgewandt. Menschen sind keine Produktionsfaktoren, die man beliebig länger im System halten kann. Schon heute erreichen viele Beschäftigte – in Pflege, Handwerk und Büros – das Rentenalter erschöpft oder krank. Arbeitsverdichtung und Dauerstress haben die Belastungsgrenze vieler längst erreicht. Besonders absurd ist diese Debatte im Zeitalter von KI und Automatisierung. Während Technologie immer mehr Arbeit übernimmt und die Produktivität steigt, lautet die politische Antwort: länger arbeiten. Das ist kein Fortschritt, sondern Denken von gestern. Das Problem ist nicht die steigende Lebenserwartung, sondern die ungerechte Verteilung der Gewinne des Fortschritts. Stehen Sie für diese nicht zukunftsfähige Entwicklung ein?

Mit freundlichen Grüßen

Valerie C.M.

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau M.,

herzlichen Dank für Ihre kritische Nachfrage und Ihre offenen Worte.

Ich teile Ihre Einschätzung, dass neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung die Produktivität der Menschen im Arbeitsleben steigern können. Wenn wir dadurch in kürzerer Zeit mehr erwirtschaften, profitieren wir von zusätzlichem Wirtschaftswachstum.

Von diesem Produktivitätszuwachs profitieren nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, etwa durch höhere Löhne, sondern auch die Rentnerinnen und Rentner durch steigende Renten. Denn unser Rentensystem ist so ausgestaltet, dass sich die Renten an der Lohnentwicklung orientieren. Steigen die Löhne infolge höherer Produktivität, steigen grundsätzlich auch die Renten. So können alle Generationen, auch diejenigen, die bereits im Ruhestand sind, am technologischen Fortschritt teilhaben.

Die Kehrseite ist aber, dass eine höhere Produktivität die demografischen Herausforderungen unseres Rentensystems nicht lösen kann. Dafür müsste die Rentenentwicklung von der Produktivität (also der Lohnentwicklung) entkoppelt werden. Das hielte ich für ungerecht: Weder die heute Erwerbstätigen noch die heutigen Rentnerinnen und Rentner können beeinflussen, welche technologischen Möglichkeiten ihnen während ihres Erwerbslebens zur Verfügung stehen oder standen. Deshalb sollte der technologische Fortschritt allen Generationen zugutekommen.

Um unser Rentensystem auch in Zukunft tragfähig zu gestalten, spreche ich mich deshalb für den Vorschlag der Alterssicherungskommission aus, Veränderungen der Lebenserwartung im Verhältnis zwei zu eins auf die Erwerbs- und die Rentenphase aufzuteilen. Konkret bedeutet das: Wenn wir glücklicherweise ein Jahr länger leben, sollen wir vier Monate länger arbeiten und zugleich acht Monate länger Rente beziehen. Auf diese Weise wird die zusätzliche Lebenserwartung zwischen Erwerbsleben und Ruhestand aufgeteilt und ein Beitrag dazu geleistet, das Rentensystem langfristig finanzierbar zu halten.

 

Ich danke Ihnen nochmals herzlich für Ihre kritische Nachfrage und den offenen Austausch.

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

Yannick Bury

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