Sehr geehrter Herr Macit Karaahmetoglu ,Fragen zu Herr Hüseyin Doğru,wie finden Sie es das die Ehefrau nun in "Sippenhaft" genommen wird ? Was denken Sie muss getan werden zum Schutz der Kinder?
Sehr geehrter Herr K.,
hinsichtlich der Sanktionen gegen Hüseyin Dogru liegt die politische Verantwortung bei der EU-Kommission sowie der Bundesregierung, welche auf Basis ihrer Erkenntnisse die entsprechenden Maßnahmen initiiert und umgesetzt haben. Als Bundestagsabgeordneter steht es mir nicht zu, eine eigene politische oder gar rechtliche Bewertung der Entscheidung vorzunehmen, da diese auf exekutiver Ebene und unter Einbeziehung von Sicherheitsbehörden erfolgt ist.
Wenn man sich aber die verfügbaren Informationen und die Berichterstattung der vergangenen Wochen (u.a. Süddeutsche Zeitung, FAZ) ansieht, deutet sich eine jahrelange enge finanzielle und organisatorische Verbindung des Betroffenen zur russischen Staatspropaganda an. Ich habe deshalb keinen handfesten Zweifel daran, dass die Vorwürfe zutreffen könnten.
Was völlig außer Frage steht: Die Maßnahmen für den Betroffenen und seine Familie im Rahmen der Sanktionierung stellen einen erheblichen wirtschaftlichen und persönlichen Einschnitt in ihrem Leben dar. Die Sanktionierung eines in Deutschland lebenden deutschen Staatsbürgers ist in dieser Form ein absoluter Präzedenzfall.
Umso wichtiger ist es, dass in einem Rechtsstaat die Möglichkeiten zur gerichtlichen Überprüfung solcher einschneidenden Maßnahmen nicht nur bestehen, sondern auch gewährt werden. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand hat der Betroffene bereits rechtliche Schritte eingeleitet und Einspruch gegen die Listung erhoben. Es bleibt zu hoffen, dass der Europäische Gerichtshof durch das laufende Verfahren zeitnah die notwendige Klarheit und Rechtssicherheit schaffen wird.
Mit freundlichen Grüßen
Macit Karaahmetoglu, MdB

