Gleichstellung der Geschlechter in der Pflege sicherstellen

Das EU-Parlament hat einen Bericht zur Gleichstellung der Geschlechter im Pflege- und Betreuungsbereich angenommen. Die Abgeordneten fordern darin verschiedene Maßnahmen, um die ungleiche Verteilung von Pflege- und Betreuungsarbeit zwischen Männern und Frauen zu verringern und die Pflege langfristig besser abzusichern.

Konkret spricht sich das Parlament dafür aus, dass unbezahlte Pflegearbeit künftig stärker in Renten- und Sozialversicherungssystemen berücksichtigt wird. Zudem sollen Informationskampagnen traditionelle Rollenbilder abbauen und Männer stärker dazu ermutigen, einen gleichberechtigten Anteil an Pflege- und Betreuungsaufgaben zu übernehmen. Die Abgeordneten setzen sich außerdem für eine sogenannte „Care-Gesellschaft“ ein, die häusliche Dienste, generationsübergreifende Solidarität und ein selbstbestimmtes Leben stärker in den Mittelpunkt stellt.

Darüber hinaus fordert das Parlament ein „Europäisches Statut für Pflegekräfte“, mit dem Pflegeberufe stärker anerkannt und EU-weite Mindeststandards geschaffen werden sollen. Auch bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte im Pflegebereich werden gefordert. Darüber hinaus betonen die Abgeordneten, dass der Zugang zu Pflege und Betreuung ein Grundrecht sei und angesichts des demografischen Wandels eine nachhaltige Finanzierung benötige. Die EU-Mitgliedstaaten sollen deshalb mehr in hochwertige und bezahlbare Pflegeangebote investieren.

Hintergrund des Berichts ist, dass Pflege- und Betreuungsarbeit in Europa weiterhin überwiegend von Frauen übernommen wird, sowohl unbezahlt im privaten Umfeld als auch im Beruf. Nach Ansicht des Parlaments trägt dies wesentlich zu Unterschieden bei Einkommen, Berufschancen und Altersvorsorge zwischen Männern und Frauen bei.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der 96 deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Der Bericht wurde insgesamt mit 263 Ja-Stimmen zu 83 Nein-Stimmen bei 154 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 36 dafür und 16 dagegen. Es gab 24 Enthaltungen.

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Dafür gestimmt
36
Dagegen gestimmt
16
Enthalten
24
Nicht beteiligt
20
Abstimmungsverhalten von insgesamt 96 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Christine AndersonChristine AndersonESN Dagegen gestimmt
Portrait von Rasmus AndresenRasmus AndresenGrüne/EFA Dafür gestimmt
Anja ArndtESN Dagegen gestimmt
Portrait von René AustRené AustESN Nicht beteiligt
Portrait von Katarina BarleyKatarina BarleyS&D Nicht beteiligt
Portrait von Arno BausemerArno BausemerESN Dagegen gestimmt
Portrait von Hildegard BenteleHildegard BenteleEVP Nicht beteiligt
Sibylle Bergfraktionslos Nicht beteiligt
Portrait von Stefan BergerStefan BergerEVP Nicht beteiligt
Portrait von Gabriele BischoffGabriele BischoffS&D Enthalten
Portrait von Michael BlossMichael BlossGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Damian BoeselagerDamian BoeselagerGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Irmhild BoßdorfIrmhild BoßdorfESN Dagegen gestimmt
Bild M. BuchheitMarkus BuchheitESN Dagegen gestimmt
Portrait von Udo BullmannUdo BullmannS&D Enthalten
Portrait von Delara BurkhardtDelara BurkhardtS&D Enthalten
Petr BystronPetr BystronESN Dagegen gestimmt
Portrait von Anna CavazziniAnna CavazziniGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Vivien CostanzoVivien CostanzoS&D Enthalten
Tobias CremerS&D Enthalten
Portrait von Fabio De MasiFabio De Masifraktionslos Dafür gestimmt
Özlem DemirelÖzlem DemirelThe Left Dafür gestimmt
Portrait von Christian DoleschalChristian DoleschalEVP Dafür gestimmt
Portrait von Siegbert DroeseSiegbert DroeseESN Dagegen gestimmt
Portrait von Lena DüpontLena DüpontEVP Nicht beteiligt