Festlegung des Mehrjährigen Finanzrahmens für die Jahre 2028 bis 2034

Im EU-Parlament wurde die Position zum mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU für die Jahre 2028 bis 2034 festgelegt. Dabei handelt es sich um den langfristigen Haushalt der Europäischen Union, der die finanziellen Prioritäten und Grenzen für Ausgaben für einen Zeitraum von sieben Jahren festlegt. Grundlage der Abstimmung war ein Vorschlag der Europäischen Kommission aus dem Juli 2025, den das Parlament nun in mehreren Punkten verändert hat. 

Die EU-Abgeordneten sprechen sich für ein Gesamtvolumen von rund 1,78 Billionen Euro aus. Das entspricht etwa 1,27 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) der EU und liegt damit rund 10 Prozent über dem ursprünglichen Vorschlag der Kommission. Zusätzlich sollen die Kosten für die Rückzahlung des Corona-Wiederaufbaufonds „NextGenerationEU“ außerhalb der eigentlichen Haushaltsobergrenzen angesetzt werden. Mit dieser Erhöhung verfolgt das Parlament das Ziel, zentrale EU-Programme und politische Prioritäten stärker zu finanzieren. Die zusätzlichen Mittel sollen gezielt in Bereiche wie Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Digitalisierung, Klimaschutz, Infrastruktur sowie Bildung und Forschung fließen. Zudem spricht sich das Parlament für klar abgegrenzte Budgets für wichtige Politikbereiche aus, etwa für die Agrarpolitik oder Sozialprogramme. Eine stärkere Einbindung regionaler und lokaler Akteure bei der Umsetzung der Programme wird ebenfalls gefordert. 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Transparenz und Kontrolle. Das Parlament warnt davor, dass mehr Flexibilität im Haushalt nicht zulasten der demokratischen Kontrolle gehen dürfe. Zudem wird betont, dass die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien eine Voraussetzung für den Zugang zu EU-Mitteln bleiben soll. Auch auf der Einnahmenseite fordert das Parlament Veränderungen. So sollen neue Eigenmittel der EU eingeführt werden, um unter anderem die Schulden aus dem Wiederaufbaufonds zu finanzieren. Diskutiert werden dabei beispielsweise Abgaben auf digitale Dienstleistungen, CO₂-Grenzausgleichsmechanismen oder Einnahmen aus dem Kryptobereich. 

Insgesamt wird der vorgeschlagene Finanzrahmen als Mindestniveau beschrieben, das notwendig sei, um aktuellen Herausforderungen wie geopolitischen Konflikten, wirtschaftlichen Entwicklungen oder der Klimakrise gerecht zu werden. 

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der 96 deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Die Position des Parlaments wurde insgesamt mit 370 Ja-Stimmen zu 201 Nein-Stimmen bei 84 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 57 dafür und 28 dagegen. Es gab sechs Enthaltungen. 

Mit der angenommenen Position hat das EU-Parlament sein Verhandlungsmandat für die anstehenden Gespräche mit dem Rat der Europäischen Union festgelegt. Der endgültige mehrjährige Finanzrahmen kann erst beschlossen werden, wenn sich die Mitgliedstaaten im Rat einstimmig geeinigt haben und das Parlament dem Ergebnis zustimmt.

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Dafür gestimmt
57
Dagegen gestimmt
28
Enthalten
6
Nicht beteiligt
5
Abstimmungsverhalten von insgesamt 96 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Christine AndersonChristine AndersonESN Dagegen gestimmt
Portrait von Rasmus AndresenRasmus AndresenGrüne/EFA Dafür gestimmt
Anja ArndtESN Dagegen gestimmt
Portrait von René AustRené AustESN Dagegen gestimmt
Portrait von Katarina BarleyKatarina BarleyS&D Dafür gestimmt
Portrait von Arno BausemerArno BausemerESN Dagegen gestimmt
Portrait von Hildegard BenteleHildegard BenteleEVP Dafür gestimmt
Sibylle Bergfraktionslos Enthalten
Portrait von Stefan BergerStefan BergerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Gabriele BischoffGabriele BischoffS&D Dafür gestimmt
Portrait von Michael BlossMichael BlossGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Damian BoeselagerDamian BoeselagerGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Irmhild BoßdorfIrmhild BoßdorfESN Dagegen gestimmt
Bild M. BuchheitMarkus BuchheitESN Dagegen gestimmt
Portrait von Udo BullmannUdo BullmannS&D Dafür gestimmt
Portrait von Delara BurkhardtDelara BurkhardtS&D Dafür gestimmt
Petr BystronPetr BystronESN Dagegen gestimmt
Portrait von Anna CavazziniAnna CavazziniGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Vivien CostanzoVivien CostanzoS&D Dafür gestimmt
Tobias CremerS&D Dafür gestimmt
Portrait von Fabio De MasiFabio De Masifraktionslos Dagegen gestimmt
Özlem DemirelÖzlem DemirelThe Left Dagegen gestimmt
Portrait von Christian DoleschalChristian DoleschalEVP Dafür gestimmt
Portrait von Siegbert DroeseSiegbert DroeseESN Dagegen gestimmt
Portrait von Lena DüpontLena DüpontEVP Dafür gestimmt