Ich möchte wissen, warum die Akten von Herr Abs einem sehr wichtigen Akteur in der NS und Marshallplan Historie der Deutschen u. der Deutschen Bank noch gesperrt sind, Kann das offengelegt werden?
Es ist nicht klar, ob da Vorteilsnahme stattfand und zahlreiche enorme Invests getätigt wurden und woher das Geld kam.
"Die Akten des Finanzamts, die für 80 Jahre gesperrt sind, könnten die Frage nach dem mit den Arisierungen verbundenen Gewinn klären.[45]"
Es wäre gut, das nun zu öffnen, geht das?
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Josef_Abs
Vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an der historischen Aufarbeitung der Rolle deutscher Finanz- und Wirtschaftsakteure während der NS-Zeit und der Nachkriegsjahre. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass Sie diesem Thema nachgehen, denn die Vorgänge der sog. "Arisierung" also des systematischen Raubs stellt weiterhin eine nur unzureichend bearbeitete Unrechtsgeschichte dar. Weitestgehend wird hier an der Oberfläche gekratzt, wenn z.B. über geraubte Kunstwerke diskutiert wird. Der Raub geschah genauso im Nahumfeld, Nachbar und vermeintliche Freund*innen bereicherten sich am geraubten Eigentum deportierter Jüdinnen*Juden.
Die Frage nach den noch gesperrten Akten zu Hermann Josef Abs ist nachvollziehbar. Herr Abs war eine einflussreiche Persönlichkeit im deutschen Bankwesen, sowohl während der Zeit des Nationalsozialismus als auch später beim Wiederaufbau der Bundesrepublik und im Zusammenhang mit dem Marshallplan. Gerade deshalb ist eine transparente historische Aufarbeitung wichtig.
Grundsätzlich gelten für Steuer- und Finanzakten in Deutschland strenge Schutzfristen, insbesondere wegen des Steuergeheimnisses und personenbezogener Daten. Diese Fristen können in einzelnen Fällen sehr lang sein. Gleichzeitig besteht aber ein erhebliches öffentliches Interesse an der wissenschaftlichen und historischen Aufarbeitung der NS-Zeit, insbesondere wenn es um mögliche Profite aus „Arisierungen“ oder andere wirtschaftliche Verflechtungen mit dem NS-Regime geht.
Ob eine vollständige Öffnung der betreffenden Akten rechtlich möglich ist, müsste im Einzelnen geprüft werden. Zuständig wären hierbei vor allem die jeweiligen Archive sowie die Finanzbehörden. Denkbar wäre, bestehende Schutzfristen im Lichte des öffentlichen Interesses erneut zu bewerten oder Möglichkeiten für eine wissenschaftliche Einsicht zu schaffen.
Ich halte es grundsätzlich für wichtig, dass historische Verantwortung nicht durch mangelnde Transparenz erschwert wird. Die Aufarbeitung nationalsozialistischen Unrechts und wirtschaftlicher Verstrickungen bleibt eine dauerhafte Aufgabe unserer Demokratie.
Vielen Dank nochmals für Ihren Hinweis.

