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Stephan Pilsinger
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Frage von Patrik B. •

Sehr geehrter Herr Pilsinger,warum will die Union das Cannabisgesetz wieder abschaffen während Sie bei Tabak,Alkohol und Zucker immer auf die Eigenverantwortung der mündigen Bürger bauen?MfG Patrik B.

https://www.deutschlandfunk.de/cdu-fordert-ruecknahme-der-cannabis-legalisierung-100.html

Zitat:... setzen wir auf eine differenzierte Präventionsstrategie, die auf Aufklärung und Eigenverantwortung abzielt.https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/felix-schreiner/fragen-antworten/sollten-ungesunde-lebensstile-staerker-finanziell-belastet-werden-um-gesundheitskosten-zu-senken

57 Mrd. Euro Kosten durch Alkohol,97 Mrd. Euro Kosten durch Tabak,16 Mrd.Euro Kosten durch Zucker, trotzdem beharrt die Union hier auf der Eigenverantwortung der mündigen Bürger.

https://www.foodwatch.org/de/kinder-schuetzen-zuckersteuer-einfuehren

https://pharma-fakten.de/news/die-kosten-des-rauchens-97-200-000-000-euro/

https://www.kenn-dein-limit.de/fakten-ueber-alkohol/oekonomische-kosten-durch-alkoholkonsum/

Warum wollen Sie diese Eigenverantwortung beim Cannabiskonsum verbieten?

Oder sind die Lobbyverbände der Zucker-, Alkohol-, und Tabakindustrie zu mächtig als daß sie sich mit ihnen anlegen wollen?

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Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr B.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Cannabislegalisierung. 

Ich bin der Meinung, dass der Verweis auf gesundheitliche wie auch volkswirtschaftliche Schäden, die durch Alkohol- und Tabakkonsum entstehen, nicht die Legalisierung eines weiteren potenziellen Suchtmittels als logische Konsequenz haben kann.

Als Gesundheitspolitiker setze ich mich auch in diesen beiden Bereichen für Aufklärung und Prävention ein und warne vor übermäßigem Konsum. Allerdings bin ich hier auch deshalb gegen Verbote, weil diese beiden Mittel historische tief in unserer Kultur verankert sind. Ein striktes Verbot von einem Tag auf den anderen wäre ein zu starker gesellschaftlicher Einschnitt.

Die Legalisierung von Cannabis, wie sie unter der Ampel erfolgt ist, betrachte ich aber vor allem in zwei Punkten kritisch:

  1. Jugendschutz: Der Konsum von Cannabis kann sich bei jungen Menschen bis 25 Jahren sehr stark negativ auf die Entwicklung des Gehirns auswirken. Psychische Probleme können die direkte Folge von Cannabiskonsum sein. Gerade dieser Punkt wurde immer wieder verharmlost.
  2. Ein Ziel des Gesetzes war es, den Schwarzmarkt zurückzudrängen und somit eine stärkere Handhabe darüber zu haben, wer eigentlich Cannabis verkauft bekommt. In diesem Fall ist das Gesetz allerdings gescheitert. Der Schwarzmarkt wurde zu Beginn sogar noch gefördert, da die Legalisierung des Konsums schon stattfand, bevor „legales Cannabis“ durch die Cannabis-Clubs überhaupt verfügbar hätte sein können.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass man sich beim weiteren Vorgehen in dieser Sache natürlich mit dem Koalitionspartner abstimmt. Die Evaluierung des Gesetzes hat noch keine eindeutigen Folgen nach sich gezogen.

Gemeinsam setzen wir als Gesundheitspolitiker ohnehin auf Prävention und Aufklärung auch schon in jungen Jahren, damit der Konsum von legalen und auch illegalen Rauschmitteln für Heranwachsende an Attraktivität verliert.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Pilsinger

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