Wie gedenken sie die Psychotherapie zu stärken/fördern wenn gekürzt wird und Leistungen beschränkt werden sollen? Wie wollen sie das Praxensterben, was die Folge sein wird, verhindern?
Sehr geehrter Herr Pohlmann, ich sehe mit großen Sorgen die anstehenden Kürzungen, denn ich weiss wie die Lage für Patienten in der psychotherapeutischen Versorgung ist. Sie ist schon jetzt mehr als unzureichend weil zu wenig Plätze vorhanden sind. Das Leid und die Verzweiflung wächst. Ich bitte sie inständig darauf hinzuwirken dem Wahlversprechen diesen Bereich zu stärken gerecht zu werden. Betroffene brauchen das dringend.
Mit freundlichen Grüßen
Berta S.
Sehr geehrte Frau S,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Ihre Sorge, dass sich die angespannte Lage in der psychotherapeutischen Versorgung durch mögliche Einschnitte weiter verschärfen könnte, kann ich gut verstehen.
Wir dürfen leider zugleich nicht aus den Augen verlieren, dass unser Gesundheitswesen dringend Reformen benötigt, da die finanziellen Defizite auf Dauer nicht tragbar sind und diese zu noch schlimmeren Folgen führen könnten. Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat zügig einen Gesetzentwurf auf Grundlage der Empfehlungen der Expertenkommission vorgelegt. Das Erkennen diese Dringlichkeit und das schnelle Handeln begrüße ich. Dieser Entwurf stellt jedoch kein Endergebnis dar, sondern die Grundlage eines parlamentarischen Beratungsprozesses, in dem solche Aspekte und Fragen, wie die von Ihnen geschilderten, intensiv diskutiert und auch angepasst werden können.
Klar ist, dass es ohne Veränderungen nicht gehen wird. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass funktionierende Versorgungsstrukturen erhalten bleiben und es nicht zu ungewollten Engpässen kommt.
Sollten Sie eigene Vorschläge zur Stärkung der psychotherapeutischen Versorgung haben, nehme ich diese gerne auf und gebe sie in die fachpolitischen Beratungen unserer Fraktion ein. Hinweise und Inputs aus der Praxis sind natürlich sehr wertvoll.
Mit freundlichen Grüßen
Jan-Wilhelm Pohlmann, MdB

