Wann setzen Sie sich für ein gesetzliches Verbot der Haltungsformen 1 und 2 ein, da wirtschaftliche Interessen für Sie scheinbar über dem Staatsziel Tierschutz stehen?
Sehr geehrter Herr Dr. Kippels,
Ihre Antwort vom Juli stellt mich nicht zufrieden.
Sie verweisen auf den Schutz der wirtschaftlichen Existenz der Landwirte.
Mit dieser Argumentation des Vertagens wird das System der qualvollen Massentierhaltung auf unbestimmte Zeit zementiert.
Wenn die Politik den Umbau der Ställe finanziell blockiert und gleichzeitig ein gesetzliches Verbot verweigert, macht sie sich mitschuldig an den millionenfachen Qualen in den Ställen!
Zudem belügen wir uns selbst, solange verarbeitete Produkte wie Wurst oder importiertes Fleisch absichtlich von den Kontrollen ausgenommen werden. Ich frage Sie daher ganz konkret:
Wann hört das ewige Aufschieben auf?
Welches konkrete Datum setzen Sie sich persönlich für ein vollständiges Verbot der Haltungsformen 1 und 2 ?
Als Bürger Ihres Wahlkreises erwarte ich klares Handeln statt unverbindlicher Textbausteine .
Sehr geehrte Frau G.,
vielen Dank für Ihre Nachfrage, die mir die Gelegenheit gibt, meine Haltung zum Tierschutz noch einmal darzulegen. Ich bin keineswegs der Auffassung, dass wirtschaftliche Interessen über dem Wohl der Tiere stehen, sondern dass wir Tierwohl, Versorgungssicherheit und eine gegenüber anderen Ländern wettbewerbsfähige heimische Landwirtschaft ganzheitlich betrachten müssen. Es hilft - wie bereits erwähnt - dem Tierwohl nicht, wenn immer mehr landwirtschaftliche Betriebe aufgeben müssen und sich die Tierhaltung damit ins – von uns nicht kontrollierbare – Ausland verlagert. Also müssen wir Lösungen mit den Landwirten und nicht gegen sie finden. Je schneller dies geschieht, desto besser und desto eher können wir die Haltungsformen 1 und 2 abschaffen. Dafür setze ich mich ein und unterstütze meine Fachkolleginnen und -kollegen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr Georg Kippels

