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Boris Mijatović
Bündnis 90/Die Grünen
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Bürgerversicherung - Gerechtigkeit für Erziehungsarbeit-leistende - wie stehen Sie zum Vorschlag, dass Elternteile ihre Abgabe zur Rente 50-50 machen könnten?

schön und gut, wenn Sie den pflegenden Ehepartnern den Wiedereinstieg in den Beruf vereinfachen wollen. Trotzdem entscheidet sich meist ein Teil dazu, Teilzeit zu arbeiten und dementsprechend weniger Rente zu erhalten. Ich finde, die Politik hätte fairere Mittel als nur Kita-Ausbau etc., was als großartige Gerechtigkeit verkauft wird - nämlich den Eltern (ob verheiratet oder nicht) zumindest die Möglichkeit zu geben, dass die Renteneinzahlung 50/50 erfolgt.

Frage von Linde N. am
Thema
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Stunde 32 Minuten

Hallo Linde Nestle,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Gerechtigkeit für Menschen, die Erziehungsarbeit leisten. Sie sprechen damit ein sehr wichtiges Thema an. Menschen, die zu Gunsten der Betreuung ihrer Kinder im Beruf kürzertreten, bezahlen dies nicht selten mit geringeren Renten oder sogar Altersarmut.

Wir Grüne wollen das ändern und schlagen deshalb nicht nur vor, Müttern und Vätern durch bessere Kinderbetreuung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, sondern wir möchten Familien durch eine Reform des Elterngeldes mehr Zeit miteinander geben.

Mit der KinderZeit Plus wollen wir das Elterngeld auf 24 Monate ausweiten. Pro Elternteil je acht Monate, weitere acht Monate können flexibel untereinander aufgeteilt werden. Wird die KinderZeit Plus Teilzeit in Anspruch genommen, verlängert dies entsprechend den Bezugszeitraum. Sie kann bis zum 14. Geburtstag des Kindes genommen werden, denn auch bei älteren Kindern kann zeitweise mehr Aufmerksamkeit nötig sein. Darüber hinaus möchten wir Eltern auch besser vor Altersarmut schützen, indem wir Erziehungszeiten in unserem Vorschlag der Garantierente besser anerkennen.

Ich verstehe Ihren Vorschlag so, dass es ermöglicht werden soll, dass Rentenansprüche von einem Elternteil auf den anderen übertragen werden. Ähnlich wie es nach Ehescheidungen mit dem Versorgungsausgleich jetzt schon der Fall ist. Hierzu hätte ich viele Fragen, wie das in der Praxis ablaufen soll. Sicher würden von dem Modell viele Mütter profitieren. Allerdings würde damit gerade bei Paaren, bei denen beide wenig verdienen das Altersarmutsrisiko der Väter steigen bzw. hätten die Paare im Alter nicht mehr als beim derzeitigen Modell und es gäbe gerade bei unverheirateten Eltern enormes Streitpotential.

Was ist, wenn der besserverdienende Elternteil nichts abgeben will?
Wie lange soll die Übertragung der Rentenansprüche laufen?
Was passiert bei Trennungsfamilien?

Ich bin der Meinung, dass Mütter und Väter mit den grünen Vorschlägen insgesamt besser dastehen werden.  Gerne lade ich Sie ein, ihre Ideen in unsere Debatten einzubringen.

Meine Termine in den nächsten Tagen finden Sie unter: www. boris-mijatovic.de

 

Viele Grüße

Boris Mijatovic

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