Entschließungsantrag zum Thema Sexuelle Ausbeutung

Ein Entschließungsantrag zum Thema "Sexuelle Ausbeutung und Prostitution und deren Auswirkungen auf Geschlechter-Gleichheit" ist vom EU-Parlament mehrheitlich angenommen worden. Insgesamt stimmten 343 Abgeordnete für den Antrag, 139 dagegen und 105 enthielten sich.

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Dafür gestimmt
35
Dagegen gestimmt
38
Enthalten
10
Nicht beteiligt
16
Abstimmungsverhalten von insgesamt 99 Abgeordneten.
Name Fraktion Wahlkreis Stimmverhalten Absteigend sortieren
Martina Michels Martina Michels DIE LINKE (EU-Parlament 2009-2014) 3 - Berlin (EU-Parlament 2009-2014) Enthalten
Cornelia Ernst Cornelia Ernst DIE LINKE (EU-Parlament 2009-2014) 13 - Sachsen (EU-Parlament 2009-2014) Enthalten
Gabriele Zimmer DIE LINKE (EU-Parlament 2009-2014) 16 - Thüringen (EU-Parlament 2009-2014) Enthalten
Udo Bullmann SPD (S&D) (EU-Parlament 2009-2014) 7 - Hessen (EU-Parlament 2009-2014) Enthalten
Heide Rühle DIE GRÜNEN/PIRATEN/ÖDP (Grüne/EFA) (EU-Parlament 2009-2014) 1 - Baden-Württemberg (EU-Parlament 2009-2014) Enthalten
Rebecca Harms DIE GRÜNEN/PIRATEN/ÖDP (Grüne/EFA) (EU-Parlament 2009-2014) 9 - Niedersachsen (EU-Parlament 2009-2014) Enthalten
Georgios Chatzimarkakis FDP/FREIE WÄHLER (ALDE) (EU-Parlament 2009-2014) 12 - Saarland (EU-Parlament 2009-2014) Enthalten

Der Vorschlag an die Kommission und den Rat lehnt sich stark an das "Nordische Modell" an: Prostitution soll generell unter Strafe gestellt werden. Strafrechtlich verfolgt werden aber Zuhälter und Freier. Die sich prostituierende Person soll entkriminalisiert werden. Ziel sei eine Verbesserung der Geschlechtergleichheit sowie das Eindämmen von Menschenhandel und illegaler Prostitution in der EU.

Begründet wird die Forderung damit, dass es sich bei Prostitution um ein globales Phänomen handele, welches im direkten Zusammenhang mit Menschenhandel und Bandenkriminalität stehe.
Außerdem sind es überwiegend Frauen, die ihren Körper teilweise freiwillig, teilweise unfreiwillig verkaufen und Männer, die diese Dienste in Anspruch nehmen.

Gerade die Frage der generellen Strafbarkeit von Prostitution wird kontrovers diskutiert. So wurde ein Änderungsantrag eingebracht u.a. unterstützt von den Grünen. Darin wird gefordert, zwischen freiwilliger Prostitution in Form von legaler Beschäftigung und Zwangsprostitution zu unterscheiden. Dieser Antrag fand keine Mehrheit.

Kommentare

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Das finde ich gut so - der Vorschlag der Grünen ist naiv, denn Zwangsprostituierte würden gezwungen werden, zu lügen, sie machten das freiwillig. Es sind Männer, die Frauen benutzen und ausnutzen - nicht nur sexuell. Die Einstellung vieler Männer muss sich ändern, Frauen seien nur auf der Welt, um sich von ihnen - wofür auch immer - benutzen und ausbeuten zu lassen. Emanzipation funktioniert nicht einseitig! Eine harmonische Gesellschaft gibt es nur bei gegenseitigem Respekt.

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Das Alkoholverbot in den USA hat schon hervorragend funktioniert und eine besondere Qualität an Verbrecherbanden heran gezüchtet. Wer heute schon illegal handelt und sich dem Gesetz entzieht wird wohl auch in Zukunft nicht anders handeln. Halt nur weil es verboten ist mit höheren Gewinnspannen.

Fr. Wolf, ihre Meinung, dass es die Männer sind die Frauen ausnutzen und Frauen generell die Opfer sind ist wohl einem starken schwarz weiss denken geschuldet. Der Anteil an Frauen die Männer ausnutzen wird sich nicht so stark von dem Unterscheiden wo Männer Frauen ausnutzen. Die Methoden sind unter Umständen subtiler aber es gibt hier keine Einbahnstraße.

Dieses Gesetz wird den Menschenhandel, wohl kaum beeinträchtigen und nur den Frauen und Männern schaden die sich die Prostitution als Beruf gewählt haben.
Wenn dann sollte doch etwas wirksames unternommen werden und das sind strenge Kontrollen und Bestrafung von Menschenhändlern sowie Zuhältern, um den illegalen Sumpf auszutrocknen

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Die Meinung, Prostituierte würden im europäischen Kulturkreis in überwiegender Menge zur Prostitution gezwungen, ist durch einfache, von jedem nahezu jederzeit durchführbare Beobachtungen, leicht als irrige weil unfundierte Meinung festzustellen.
Die Betrachtungen zu den politischen Debatten um diese Thematik herum, müssen diese Erkenntnis beinhalten, um überhaupt sinnvoll geführt werden zu können.

Eine harmonische Gesellschaft gibt es nur bei gegenseitigem Respekt.

Dieser Respekt bedarf einer ehrlichen Kommunikationsführung.
Diese Ehrlichkeit in der Kommunikationsführung fehlt seit vielen Jahrzehnten in der Frauen- und Familienpolitik.

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