Sehr geehrter Herr Pilsinger, was unternehmen Sie und die Bundesregierung gegen den massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Tiermast?MfG Patrik B.
Weltweit steigt die Anzahl von Toten aufgrund steigender Antibiotikaresistenzen dramatisch an.
https://www.bnitm.de/aktuelles/news/weltweite-gefahr-durch-antibiotikaresistenzen
Welche Maßnahmen zum Gesundheitsschutz wird die aktuelle Bundesregierung umsetzen um den Einsatz von Reserveantibiotika in der Tiermast zu unterbinden?
https://www.aerzte-gegen-massentierhaltung.de/
https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/arzneimittel/faq-antibiotika-antibiotikaresistenzen-in-der#1-wie-gelangen-antibiotika-in-die-umwelt
Werden hier die Interessen der Tiermastbetriebe,Tierärzte und der Pharmaindustrie über das Wohl der Bürger gestellt?
https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/massentierhaltung/auswirkungenmassentierhaltung/
Sehr geehrter Herr B.,
ich danke für Ihre Anfrage.
Zur Begrenzung des Antibiotikaeinsatzes in der Tiermast gelten schon heute strenge EU- und Bundesvorgaben: Antibiotika dürfen nur nach tierärztlicher Diagnose eingesetzt werden, der prophylaktische Einsatz und die Nutzung zur Leistungsförderung sind verboten. Die abgegebenen Mengen werden seit 2011 zentral erfasst. Seit Beginn dieser Erfassung konnten die Antibiotikamengen in der Tierhaltung in Deutschland bis 2023 um 69 Prozent gegenüber 2011 gesenkt werden, insbesondere bei für die Humanmedizin wichtigen Wirkstoffen. Die Regulierung geht also in die richtige Richtung.
Zentral für mich ist es, Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika politisch zu fördern, um Resistenzen möglichst auszumerzen. Darüber hinaus appelliere ich an die Ärzteschaft, Antibiotika nur bei entsprechender Diagnose und nur zu verordnen, wenn andere Therapien nicht anschlagen. So halte ich es jedenfalls in meiner ärztlichen Tätigkeit.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Pilsinger

