Sehr geehrter Herr Mayer, können Sie sich bitte dafür einsetzen, dass sich eine Bewerbung für die Olympische Spiele nur auf 2040 und 2044 bezieht?
Lange Jahre ist die Bundesregierung und der Bundespräsident dafür eingetreten, dass es aus historischen Gründen keine Bewerbung für 2036 gibt. Mir ist in München versichert worden, dass niemand ein Interesse an 100 Jahre Hitler-Spiele hat.
Warum waren die Volksentscheide dann auch für 2036? Warum hat der DOSB das immer noch nicht geändert? Warum ist die aktuelle Regierungskoalition dann nicht bei der bisherigen Position geblieben? Noch dazu, weil es unwahrscheinlich ist, dass die Olympischen Spiele 2036 nach Europa kommen.
In der Hoffnung das Sie das richtige tun.
Mit freundlichen Grüßen
S.
Sehr geehrter Herr S.,
ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Frage vom 05. August 2026, die ich Ihnen insbesondere in meiner Funktion als Sprecher für Sport und Ehrenamt der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sehr gerne beantworte.
Der Deutsche Olympische Sportbund hat entschieden, sich neben 2040 und 2044 auch für 2036 um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele zu bewerben. Diese Bewerbung wird nicht nur von der Bundesregierung, sondern auch von den Bürgerinnen und Bürgern in München und in der Region Rhein-Ruhr nachdrücklich unterstützt, wie die beeindruckenden Ergebnisse der beiden dort durchgeführten Bürgerentscheide zeigen. Eine Positionierung der Bundesregierung gegen eine Bewerbung für das Jahr 2036 ist mir nicht bekannt, eine kritische Einlassung des Bundespräsidenten hierzu hat dieser im Nachgang selbst relativiert.
Ich kann die Bedenken gegen eine Bewerbung auch für 2036 nachvollziehen, weil man das Datum historisch für belastbar hält. Dies gilt gerade aktuell, da sich die Eröffnung der Spiele in Berlin vor wenigen Tagen zum 90. Mal jährte. Doch dieses Argument der Kritiker kann man aber auch umgekehrt anführen, und das tue nicht nur ich: Gerade 100 Jahre nach den „Nazi-Spielen“ von 1936 hätte Deutschland nach einer erfolgreichen Bewerbung die Chance, sich als weltoffener Gastgeber und als stabile liberale Demokratie zu präsentieren.
Ich bin der Meinung, dass wir diese Chance einer Bewerbung auch für 2036 nutzen und so der Welt zeigen sollten, welche fundamentalen positiven Änderungen unser Land in den dann vergangenen 100 Jahren vollzogen hat.
Ich danke Ihnen nochmals sehr herzlich für Ihre Frage und stehe Ihnen für Ihre Rückfragen selbstverständlich jederzeit sehr gerne persönlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Mayer, MdB

