Weshalb streicht das BMBFSFJ Lambda die Förderung und wie setzen Sie sich dafür ein, queere Jugendarbeit zu stärken statt ihr die Arbeitsgrundlage zu entziehen?
Sehr geehrte Fau Faeser,
ich bin Mitglied im Lambda Bundesverband, der queere Jugendarbeit leistet und u.a. Jugendliche in Fragen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt berät und unterstützt. Ich selbst bin schwul und es half mir sehr, während meines Coming Outs solche Angebote in Anspruch nehmen zu können.
In Zeiten, in denen Angriffe auf queere Personen zunehmen und Parteien wie die AfD Stimmung gegen queere Personen machen, streicht das BMBFSFJ nun die gesamte Förderung für Lambda. Queere Jugendliche brauchen mehr, nicht weniger Unterstützung!
Ich möchte gern wissen, wie Sie zu dieser Kürzung stehen und wie Sie sich persönlich für eine finanzielle und politische Stärkung queerer Jugendarbeit einsetzen.
Ganz unabhängig Ihrer fachlichen Zuständigkeiten im Bundestag: Queere Sichtbarkeit vor Ort ist essentiell, damit Jugendliche Ansprechparter:innen haben und merken, dass Sie mit Ihren Sorgen nicht allein sind.
Mit enttäuschten Grüßen aus dem Kreis Groß-Gerau
Nicolas S.
Sehr geehrter Herr Sierra L.,
vielen Dank für Ihre Frage. Ich kann nachvollziehen, welche Bedeutung die Angebote der queeren Jugendarbeit für junge Menschen haben können. Gerade beim Coming-out sind verlässliche Ansprechpersonen und geschützte Räume von großer Bedeutung. Niemand sollte das Gefühl haben, mit Fragen oder Unsicherheiten zur eigenen sexuellen oder geschlechtlichen Identität allein zu sein.
Umso kritischer sehe ich die derzeitige Situation rund um die Förderung des Jugendnetzwerks Lambda e.V.. Seit Jahrzehnten leistet Lambda wichtige Arbeit für LSBTIQ*-Menschen, berät und vernetzt Jugendliche und gibt ihren Anliegen eine Stimme. Angesichts zunehmender queerfeindlicher Anfeindungen und einer aufgeheizten gesellschaftlichen Debatte halte ich es für das falsche Signal, ausgerechnet bei solchen Strukturen die finanzielle Grundlage infrage zu stellen. Wir brauchen gerade jetzt verlässliche Angebote und eine starke queere Jugendarbeit.
Nach meinem Kenntnisstand ist die Frage zur weiteren Förderung von Lambda noch nicht abschließend gelöst. In den anstehenden Haushaltsberatungen wird geklärt werden, ob und in welchem Umfang Veränderungen erreicht werden können. Aus meiner Sicht sollte jedoch alles darangesetzt werden, eine tragfähige Perspektive für die Fortsetzung der Arbeit von Lambda und damit auch für die Unterstützung queerer Jugendlicher zu sichern.
Mit freundlichen Grüßen
Nancy Faeser

