In RP sind etwa 2,5 - 3 % der Wälder geschützt. Wird eine Erhöhung noch in dieser Legislaturperiode, gerade im Staatsforst, angestrebt um die Ziele der NBS von 5 % zu erreichen? Wenn ja, wie und wann?
Fürs bessere Verständnis: Mit "geschützt" meine ich Wälder, die dauerhaft der natürlichen Waldentwicklung überlassen sind und die Kriterien des BfNs für die NWE5 Flächenkulisse erfüllen.
In Bezug auf den Staatswald (landeseigener Wald) ist keine weitere Erhöhung notwendig, um das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) von 5 % zu erreichen, da dieses bereits deutlich übertroffen wurde:
- Zielerreichung im Staatswald: Das 5 %-Ziel wurde fest in die Bewirtschaftungsnormen des Staatswaldes integriert. Aktuell sind exakt 10 % der Staatswaldfläche langfristig nutzungsfrei gestellt 1. Der Staatsforst erfüllt seine Vorbildfunktion somit bereits vollumfänglich und über das geforderte Maß hinaus.
- Handlungsbedarf im Gesamtwald: Da das Ziel im Staatswald bereits übererfüllt ist, konzentrieren sich weitere Bestrebungen auf den Körperschafts- und Privatwald. Dort liegt der offiziell anerkannte Anteil nutzungsfreier Flächen (NWE5) derzeit erst bei rund 1.230 Hektar. Dies liegt jedoch weniger an der fehlenden Bereitschaft der Waldbesitzenden, sondern oft an den strengen Vorgaben zu den Bindungsfristen (30 Jahre), die viele tatsächlich stillgelegte Flächen (über 11.000 Hektar in anderen Programmen) aus der Statistik ausschließen.
Zum besseren Verständnis lässt sich die Situation im Staatswald wie ein bereits gefülltes Glas betrachten: Da es mit 10 % bereits doppelt so voll ist wie gefordert (5 %), liegt der Fokus nun darauf, die anderen Gläser (Privat- und Kommunalwald) durch passende Anreize weiter zu füllen.

