Dagmar Freitag
SPD
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Frage von Gubznf Fpuüyyre an Dagmar Freitag bezüglich Umwelt

# Umwelt 13. Jan. 2017 - 12:58

Sehr geehrte Frau Freitag,

vielen Dank für Ihre Antwort betreffs meiner Fragen zu CETA, wo ich z.B. kritisch fragte, ob es angesichts versiegender Ölquellen und Klimawandel überhaupt sinnvoll wäre auf den verstärkten Exportvon Autos zu setzen?

Zitat aus Ihrer Antwort:

"Selbstverständlich braucht es mit Blick auf versiegende Ölquellen und Klimawandel neue Technologien, gerade in der Automobilindustrie. Dies ist meiner Meinung nach aber eine ganz andere Diskussion. Zu CETA bleibt zu sagen, dass Deutschland nach Kanada hauptsächlich Autos und Automobilteile liefert. Daher würde insbesondere die Automobilbranche von CETA profitieren, was sich wiederum positiv auf die Wirtschaft in unserer Heimatregion auswirken kann."

http://www.abgeordnetenwatch.de/dagmar_freitag-778-78110--f458540.html#q...

Ich finde, dass die Umweltdiskussion im Zusammenhang mit CETA sehr wohlvon hohem Belang ist.

Frage 1:

Glauben Sie, dass neue Technologien in der Automobilindustrie den Anforderungen von nachhaltiger Energieversorgung und Klimawandel ausreichend gerecht werden können?

Frage 2:

Wenn ja, könnten Sie diese Erwartung wissenschaftlich stützen?

Frage 3:

Der weltweite Kraftfahrzeugbestand (PKW, LKW und Busse) wächst dynamisch
und umfasste in 2016 ca. 1.069.097.774 Fahrzeuge.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftszahlen_zum_Automobil#Gesamt_2

Woher sollen Energie und Werstoffe für den weltweit wachsenden Kraftverkehr kommen?

Wie soll angesichts dieser Entwicklung Klimaschutz betrieben werden?

Sollte Deutschland noch mehr (nicht ganz leichte) Autos und Autoteile nach Kanada exportieren, was bedeutet der dafür nötige Transport für die Umwelt?

Frage 4:

Verbrauchern wird nahegelegt bei der Auswahl von Lebensmitteln auf regionale Produkte zu achten, wie glaubwürdig kommt dazu im Vergleich das Bestreben, dass der Welthandel mit ökologiosch bedenklichen Produkten sowie die dazugehörigen Transporte ausgeweitet werden sollen?

Viele Grüße, Thomas Schüller

Von: Gubznf Fpuüyyre

Antwort von Dagmar Freitag (SPD) 23. Jan. 2017 - 15:55
Dauer zur eingetroffenen Antwort: 1 Woche 3 Tage

Sehr geehrter Herr Schüller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Für die Beantwortung bitte ich Sie noch um etwas Geduld.

Ich werde mich zeitnah zurückmelden.

Mit freundlichen Grüßen
Dagmar Freitag

Ergänzung von Dagmar Freitag (SPD) 31. Jan. 2017 - 08:05
Dauer zur eingetroffenen Antwort: 2 Wochen 3 Tage

Sehr geehrter Herr Schüller,

nochmals vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Geduld.

Auch neue Technologien in der Automobilindustrie können dazu beitragen, unsere Klimaziele langfristig zu erreichen – kosteneffizient und wirtschaftsverträglich. Mit dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung stehen wir am Anfang eines Prozesses zur Rahmensetzung, der wissenschaftlich fundiert, demokratisch legitimiert und unter Beteiligung der Wissenschaft weiterentwickelt werden wird.

Anspruchsvolle künftige Flottenzielwerte bei Neuwagen werden alleine mit der Verbesserung der Energieeffizienz von Verbrennungsmotoren nicht mehr erreicht werden können. Um die Verwendung und Weiterentwicklung von Leichtbautechnologie im Karosseriebau und die Integration alternativer Antriebe in die Serienproduktion zu unterstützen, werden Deutschland und die EU eine aktive, nachfrageorientierte Politik betreiben. Wir brauchen eine global wettbewerbsfähige Batteriezellfertigung in Europa und werden die Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei den Batterie- und Speichertechnologien in Europa weiter voranbringen. In den nächsten Jahren kommt eine große Anzahl von Pkw-Modellen mit Elektro, Plug-In-Hybrid- bzw. Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb auf den Markt. Die Bundesregierung hat die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich bisher mit über 2,6 Mrd. Euro gefördert.

Die SPD-Bundestagsfraktion strebt grundsätzlich an, den Handel mit den Freihandelsabkommen fairer zu gestalten und insgesamt hohe Standards für die Weltwirtschaft zu setzen. Dazu gehören für uns auch hohe Sozial- und Umweltstandards. Bei möglichen zukünftigen Freihandelsabkommen zielen wir zudem nicht explizit auf den Handel mit Nahrungsmitteln ab. Selbstverständlich arbeiten wir an der ökologischen Weiterentwicklung der Transportmittel, um die Umweltbeeinträchtigungen drastisch zu reduzieren (Emissionshandel).

Abschließend darf ich Sie bitten, sich mit weiteren Fragen an die Abgeordneten Ihres Wahlkreises zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Dagmar Freitag MdB