Verhindern Sie die Änderung am IFG?
Sehr geehrte Frau Moll,
mit großer Sorge höre ich von den Plänen des Koalitionsausschusses, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) so zu "reformieren", dass davon kaum etwas übrig bleibt. Aktuell ermöglicht das IFG allen Menschen, Einblick in staatliche Dokumente zu bekommen und damit das Handeln von Behörden und der Regierung zu kontrollieren.
Nach der "Reform" wären Anfragen nur noch nach Nachweis eines „berechtigten Interesses“ möglich – und damit fast nie. Außerdem könnten Anfragen künftig zehntausende Euro kosten. Zivilgesellschaftliche Organisationen oder Pressevertreter dürften offenbar keine Anfragen mehr stellen.
Das IFG hat sich bewährt. Es anzutasten, würde mit einem enormen Vertrauensverlust in die jetzige Regierung einhergehen.
Nun ist es an Ihnen, diese Pläne zu stoppen. Als Mitglied des Bundestags müssen Sie das IFG und unser aller Recht auf Informationsfreiheit gegen diesen Frontalangriff verteidigen.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas K.
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Das Informationsfreiheitsgesetz muss auch in Zukunft weiterhin die Möglichkeit eröffnen, dass Pressevertreter und zivilgesellschaftliche Organisationen Informationen abrufen können.
Mit Blick auf die aktuelle Bedrohungslage müssen wir hier einen ausreichenden Schutz für kritische Informationen und Personengewährleisten. Hier braucht es genaue Überlegungen wie diese neue Sicherheitslage und die nötige Transparenz gemeinsam gestaltet werden können.
Der SPD-Bundestagsfraktion und mir ist es in den kommenden parlamentarischen Verhandlungen ein wichtiges Anliegen diese Transparenz weiterhin aufrecht zu erhalten. Für eine Abschaffung des bisherigen Transparenzniveaus des Informationsfreiheitsgesetzes wird es keine Zustimmung der SPD-Bundestagsfraktion geben.
