Frage an Christian Haase von Znk Oreraqrf bezüglich Gesundheit

04. Februar 2020 - 09:05

Guten Tag Herr Haase,
Ich würde gerne von ihnen erfahren, wie sie bei der jetzigen Thematik über den Coronavirus stehen. Da im Moment sehr viele Zeitungen und Newsseiten durch die ersten bestätigten Fälle in Deutschland Panik verbreiten möchte ich gerne ihre Meinung darüber hören. Ist es nur sinnlose Panikmache oder müssen wir Menschen in Deutschland uns nun auch in acht nehmen wenn jemand hustend uns entgegen kommt?
Mit freundlichen Grüßen,
Max Berendes

Frage von Znk Oreraqrf
Antwort von Christian Haase
04. Februar 2020 - 15:24
Zeit bis zur Antwort: 6 Stunden 18 Minuten

Sehr geehrter Herr Oreraqrf,

vielen Dank für Ihre Frage. Ihre Bedenken kann ich bezüglich der Reliabilität der Informationen, die man in den Nachrichten oder auf den sozialen Netzwerken lesen kann, gut nachvollziehen. Wir müssen die Situation aufmerksam, aber mit Bedacht verfolgen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 30. Januar 2019 festgestellt, dass es sich beim aktuellen Ausbruch einer Atemwegserkrankung durch ein neuartiges Coronavirus (2019-nCov) in China um eine „Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" handelt. Für Deutschland hat die Einstufung keine direkten Folgen und die Entscheidung der WHO ändert nichts an der Lageeinschätzung der Experten des Robert Koch-Instituts (RKI): Die Gefahr für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung bleibt weiterhin gering.

Mit Stand heute Morgen wurden weltweit 20.400 Fälle gemeldet, davon sind 426 Menschen verstorben. Es war zu erwarten, dass das Virus auch Deutschland erreicht. Die bisher 12 bestätigten Fälle in Deutschland sind alle in einem guten Gesundheitszustand und werden derzeit isoliert in einem Krankenhaus behandelt.

Die Fälle in Deutschland zeigen, dass wir gut vorbereitet sind. Die Notfallpläne greifen, die Meldeketten funktionieren, die Behörden arbeiten auf Bundes- und Landesebene sowie mit internationalen Partnern eng und gut zusammen. Deutschland ist bestmöglich vorbereitet. Vor allem das Netzwerk von Kompetenzzentren und Spezialkliniken in Deutschland ist international beispiellos. Wir verfügen über ein sehr gutes Krankheitswarn- und Meldesystem und Pandemiepläne. Außerdem werden in Deutschland regelmäßige Notfallübungen an Flughäfen durchgeführt. Die Koordinierung und Informationen übernimmt das RKI.

Zugleich arbeitet die Bundesregierung – gemeinsam mit Ländern und Kommunen – mit aller Entschlossenheit daran, den Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land weiter zu verbessern. Bereits heute ist eine Eilverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes in Kraft getreten, die Melde-pflichten bei Verdachtsfällen erweitert. Damit sorgen wir dafür, Verdachtsfälle früh zu erkennen und besser verfolgen zu können. So können wir Infektionsketten schneller unterbrechen.

Sachlicher Information kommt in dieser Situation eine entscheidende Bedeutung zu. Hierzu zählt auch die notwendige Transparenz über aktuelle Entwicklungen und Schutzmöglichkeiten. Nähere Informationen und Informationsquellen können Sie den unten stehenden Quellen entnehmen.

Bei dem neuen Virus handelt es sich um einen Erreger aus der Familie der Coronaviren, also aus derselben Familie wie das SARS (severe acute respiratory syndrome) und das MERS-CoVirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus). In Deutschland gab es im Jahr 2003 neun wahrscheinliche SARS-Fälle, wovon letztlich vier Patientenproben negativ waren. Eine Weiterverbreitung der Erkrankung innerhalb Deutschlands ist nicht aufgetreten.

Zur Vermeidung werden die gleichen Maßnahmen empfohlen, die auch grundsätzlich zur Vermeidung von Grippe gelten: gute Handhygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten halten. Aktuell wissen wir über die Übertragung allerdings noch zu wenig. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung von SARS erfolgt(e) hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (selten auch Schmierinfektion). Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn, beträgt circa zwei bis sieben, maximal aber bis zehn Tage. Bisher ist keine sichere Schutzimpfung verfügbar.

Weiterführende Informationen:

Aktuelle Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Aktuelle Informationen des Robert Koch-Instituts:

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-2019-ncov.html

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Erläuterungen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Haase MdB