Abschuss Genehmigung Wolf Grindi - Haben Sie Möglichkeiten Tierschutzer etc zu hören?
Sehr geehrte Frau Lindlohr, insbesondere Ihre Partei sehe ich als Ansprechpartner für den Widerspruch gegen die Abschussgenehmigung des Wolfes Grindi. Ich sehe die Grünen weiterhin als Partei für Natur/Umwelt-und Artenschutz. Haben Sie Möglichkeiten Tierschutzer etc zu hören? Wölfe sind geschützt.
Mit hoffnungsvollen Grüßen Silke D.
Sehr geehrte Frau D.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre klare Haltung zum Natur- und Artenschutz. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Diskussion um den Wolf „Grindi“ viele Menschen bewegt – gerade auch diejenigen, die sich seit Jahren für den Schutz von Wildtieren einsetzen.
Wölfe gehören zu Baden-Württemberg. Dass sich seit rund zehn Jahren wieder Tiere im Land ansiedeln, ist ein Erfolg des Naturschutzes. Darüber freuen wir Grüne uns ausdrücklich. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass mögliche Konflikte oder Risiken ausgeblendet werden dürfen. Artenschutz und Sicherheit der Menschen und Weidetiere müssen verantwortungsvoll zusammengedacht werden.
Für den Umgang mit sogenannten „Problemwölfen“ gibt es seit 2022 einen klar geregelten Managementplan, der in enger Abstimmung zwischen Fachbehörden, Ministerien sowie Naturschutz- und Jagdverbänden erarbeitet wurde. Er legt fest, wie bei auffälligem Verhalten vorzugehen ist: zunächst mit milderen Mitteln wie Einfangen, Besendern und Vergrämung. Erst wenn diese Maßnahmen trotz erheblicher Anstrengungen nicht erfolgreich sind, sieht der Plan als letzten Schritt eine Entnahme vor.
Nach Angaben der zuständigen Fachbehörden wurden diese milderen Maßnahmen über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv versucht, leider ohne Erfolg. Wenn ein gemeinsam abgestimmter Managementplan für einen solchen Fall eine klare Handlungsabfolge vorsieht, ist es aus Sicht der öffentlichen Hand wichtig, verlässlich und transparent nach diesen Regeln zu handeln.
Selbstverständlich nehme ich wahr, dass sich einige Menschen und auch Tierschutzorganisationen – mit großer Leidenschaft für das Tier einsetzen. Zugleich tragen die Verantwortlichen die Pflicht, mögliche Gefahren realistisch einzuschätzen und Vorsorge zu treffen, bevor es zu Verletzungen von Menschen oder Tieren kommt. Vielleicht ist es möglich, solche Situationen in Zukunft zu vermeiden, in dem wir Menschen wieder breiter lernen, den Wolf als Wildtier zu respektieren und nicht durch anfüttern oder Ähnliches dessen Verhalten zu beeinflussen, denn das schadet Wolf, Mensch und unserer Biodiversität.

