Verlängerung der freiwilligen Chatkontrolle als Maßnahme gegen Kindesmissbrauch

Das EU-Parlament hat über einen Vorschlag zur Verlängerung einer bestehenden Sonderregel zur Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch im Internet abgestimmt. Die Regelung – oft als „Chatkontrolle“ bezeichnet – erlaubte es Internetdiensten bisher freiwillig, Inhalte zu überprüfen, um Hinweise auf Missbrauch zu erkennen und zu melden.

In den Beratungen wurde auch über eine mögliche Verlängerung dieser Maßnahmen diskutiert. Das Parlament sprach sich grundsätzlich für eine kürzere Verlängerung bis August 2027 und einen engeren Anwendungsbereich aus, um die Eingriffe stärker zu begrenzen. In den Verhandlungen mit den EU-Staaten konnte jedoch keine Einigung erzielt werden.

Da keine gemeinsame Lösung gefunden wurde, läuft die bisherige Regelung nach dem 3. April 2026 aus. Parallel wird weiterhin über ein dauerhaftes EU-Gesetz verhandelt, das den Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch im Internet langfristig regeln soll.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der aktuell 95 deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Der Vorschlag zur Verlängerung wurde insgesamt mit 228 Ja-Stimmen zu 311 Nein-Stimmen bei 92 Enthaltungen abgelehnt. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 62 dagegen. 12 Abgeordenete der S&D-Fraktion stimmten dafür. Von den 12 Enthaltungen kamen 10 aus der Fraktion der Grünen/EFA und jeweils eine Enthaltung von Hans Neuhoff (ESN) und Manuela Ripa (EVP).

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Dafür gestimmt
12
Dagegen gestimmt
62
Enthalten
12
Nicht beteiligt
9
Abstimmungsverhalten von insgesamt 95 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Sergey LagodinskySergey LagodinskyGrüne/EFA Dagegen gestimmt
Portrait von Bernd LangeBernd LangeS&D Dafür gestimmt
Katrin LangensiepenKatrin LangensiepenGrüne/EFA Enthalten
Portrait von Peter LiesePeter LieseEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Norbert LinsNorbert LinsEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Erik MarquardtErik MarquardtGrüne/EFA Enthalten
Portrait von David McAllisterDavid McAllisterEVP Dagegen gestimmt
Alexandra MehnertEVP Dagegen gestimmt
Verena Mertens MdEPVerena MertensEVP Dagegen gestimmt
Hans NeuhoffESN Enthalten
Hans NeuhoffESN Enthalten
Dr Hannah NeumannHannah NeumannGrüne/EFA Enthalten
Portrait von Angelika NieblerAngelika NieblerEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Maria NoichlMaria NoichlS&D Dafür gestimmt
Portrait von Jan-Christoph OetjenJan-Christoph OetjenRenew Dagegen gestimmt
Portrait von Jutta PaulusJutta PaulusGrüne/EFA Enthalten
Portrait von Friedrich PürnerFriedrich Pürnerfraktionslos Nicht beteiligt
Portrait von Dennis RadtkeDennis RadtkeEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Terry ReintkeTerry ReintkeGrüne/EFA Nicht beteiligt
Portrait von René RepasiRené RepasiS&D Dafür gestimmt
Die Europaabgeordnete Sabrina Repp hat lange blonde Haare und ein schwarzes Oberteil an. Sie lächelt auf dem Bild, das einen roten Hintergrund hat.Sabrina ReppS&D Dafür gestimmt
Portrait von Nela RiehlNela RiehlGrüne/EFA Dagegen gestimmt
MdEP Manuela Ripa (ÖDP)Manuela RipaEVP Enthalten
Portrait von Oliver SchenkOliver SchenkEVP Dagegen gestimmt
Martin SchirdewanMartin SchirdewanThe Left Dagegen gestimmt