EU-USA-Handelsabkommen

Das EU-Parlament hat sich abschließend für das Zoll- und Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten ausgesprochen. Die Vereinbarung hat zum Ziel, die Handelsbeziehungen zwischen beiden Wirtschaftsräumen zu erleichtern und einen möglichen Handelskonflikt zu vermeiden.

Der vereinbarte Text sieht vor, dass die meisten Zölle auf Industrie- und Agrarprodukte aus den USA abgeschafft werden. Zahlreiche aus den USA eingeführte Meeresfrüchte und landwirtschaftliche Erzeugnisse erhalten bevorzugten Marktzugang. Gleichzeitig wurden auf Drängen des EU-Parlaments mehrere Schutzmechanismen aufgenommen. So enthält das Abkommen eine sogenannte "Sunset-Klausel", nach der die Zollvergünstigungen Ende 2029 automatisch auslaufen, sofern sie nicht verlängert werden. Darüber hinaus wurden Schutzvorkehrungen für europäische Industrie- und Agrarsektoren sowie strengere Regelungen zur möglichen Aussetzung der Zollvorteile vereinbart. Für Stahl- und Aluminiumerzeugnisse gelten zudem besondere Bedingungen.

Hintergrund des Abkommens ist eine Verständigung zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsidenten Donald Trump im Sommer 2025 ("Turnberry-Vereinbarung"). Die Europäische Kommission argumentiert, die Vereinbarung schaffe mehr Planungssicherheit für Unternehmen und verhindere eine weitere Eskalation von Handelsstreitigkeiten. Kritiker:innen bemängeln hingegen, dass das Abkommen den USA größere Vorteile verschaffe als der EU und ohne umfassende Folgenabschätzung ausgehandelt worden sei. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die USA trotz der Einigung weiterhin neue Zölle auf bestimmte Produkte angekündigt haben.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Die neuen Regelungen wurden insgesamt mit 440 Ja-Stimmen zu 151 Nein-Stimmen bei 50 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 61 dafür und 13 dagegen. Es gab 12 Enthaltungen. Damit die Regelungen endgültig in Kraft treten können, muss nun noch der Rat der Europäischen Union den vereinbarten Text formell verabschieden.

Weiterlesen
Dafür gestimmt
61
Dagegen gestimmt
13
Enthalten
12
Nicht beteiligt
9
Abstimmungsverhalten von insgesamt 95 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Matthias EckeMatthias EckeS&D Nicht beteiligt
Portrait von Christian EhlerChristian EhlerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Engin ErogluEngin ErogluRenew Dafür gestimmt
Sebastian Everding draußen im GrünenSebastian EverdingThe Left Dagegen gestimmt
Portrait von Markus FerberMarkus FerberEVP Dafür gestimmt
Ruth Firmenichfraktionslos Dagegen gestimmt
Portrait von Daniel FreundDaniel FreundGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Tomasz FroelichTomasz FroelichESN Enthalten
Portrait von Heinz Michael GahlerHeinz Michael GahlerEVP Dafür gestimmt
Profilbild-Alexandra-GeeseAlexandra GeeseGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Jens GeierJens GeierS&D Dafür gestimmt
Thomas Geisel trägt eine Brille und ein blaues Jackett mit blauer Weste und weißem HemdThomas Geiselfraktionslos Dagegen gestimmt
Portrait von Niels GeukingNiels GeukingEVP Dafür gestimmt
Portrait von Jens GiesekeJens GiesekeEVP Dafür gestimmt
Portrait von Andreas GlückAndreas GlückRenew Dafür gestimmt
Portrait von Martin GüntherMartin GüntherThe Left Dagegen gestimmt
Svenja Hahn MdEPSvenja HahnRenew Dafür gestimmt
Portrait von Martin HäuslingMartin HäuslingGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Niclas HerbstNiclas HerbstEVP Dafür gestimmt
Portrait von Monika HohlmeierMonika HohlmeierEVP Dafür gestimmt
Portrait von Marc JongenMarc JongenESN Enthalten
Portrait von Alexander JungbluthAlexander JungbluthESN Enthalten
Portrait von Mary Khan-HohlochMary Khan-HohlochESN Enthalten
Portrait von Stefan KöhlerStefan KöhlerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Moritz KörnerMoritz KörnerRenew Dafür gestimmt