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Wiebke Esdar
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Frage von Karsten T. •

Sollten schwer verletzte Kinder aus Gaza nicht doch ( auch ) in Deutschland behandelt werden ?

Sehr geehrte Frau Esdar,

im vorhin ausgestrahlten "Bericht aus Berlin" wich Ihre Kabinettskollegin Frau Alabali_Radovan der Frage nach Versorgung verletzter Kinder aus Gaza , wie einige Städte angeboten haben, aus-leider im nicht ungewohnten(und besonders im undifferenzierten rechts aussen Lager für Stimmung sorgenden )

Politikstil,vermied die Antwort und erwähnte, dass alle Kraft jetzt auf den Aufbau medizinischer Kapazitäten vor Ort erfolgen würden. Mit Verlaub, dass hilft schwer verletzten Kindern aber mal gar nicht, denn die brauchten am besten gestern, auf jeden Fall sofortige Behandlungen, sonst sterben noch viele. Nach über dreißig Jahren auf diversen Intensivstationen traue ich mich mal, dass so zu sagen.

Mit freundlichen Grüßen,

Karsten T..

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr T.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht – und dafür, dass Sie Ihre fachliche Perspektive aus über dreißig Jahren Intensivmedizin einbringen. Ich nehme Ihre Sorge um die akut verletzten Kinder in Gaza sehr ernst.

Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: Der Aufbau medizinischer Kapazitäten vor Ort ist notwendig, aber er ersetzt nicht die sofortige, lebensrettende Versorgung für schwer verletzte Kinder auch in Deutschland. 

Genau deshalb setzt sich die Bundesregierung – gemeinsam mit internationalen Partnern – dafür ein, dass medizinische Evakuierungen weiterhin stattfinden können. Deutschland hat mehrfach Kinder und besonders schwer Verletzte aufgenommen und medizinisch versorgt, und wir stehen bereit, das auch weiterhin zu tun. Diese Evakuierungen sind aber abhängig von Sicherheitskorridoren und der Koordination mit internationalen Hilfsorganisationen vor Ort, die unter den aktuellen Bedingungen leider extrem erschwert ist.

Ich verstehe gut, dass aus medizinischer Sicht jeder Tag zählt. Ihre Mahnung, dass akute Hilfe dann notwendig ist, wenn die Verletzungen entstehen, ist absolut richtig. Wir brauchen deshalb beides: Den schnellen Zugang zu humanitärer und medizinischer Hilfe für die Schwerverletzten und den strukturellen Wiederaufbau, damit alle Menschen vor Ort wieder verlässlich versorgt werden können.

Vielen Dank, dass Sie sich melden – und für Ihre jahrzehntelange Arbeit, die Ihnen ein so klares Bild von der Dringlichkeit medizinischer Hilfe gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Wiebke Esdar

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