Halten Sie das derzeitige Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung langfristig für gerecht und zukunftsfähig?
Sehr geehrter Herr Frei,
Sie führen das Äquivalenzprinzip und Leistungsanreize als Argumente an, gehen aber nicht auf die strukturelle Ungleichbehandlung zwischen gesetzlich und privat Versicherten ein.
Halten Sie das derzeitige Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung langfristig für gerecht und zukunftsfähig – und falls ja, warum soll diese Zwei-Klassen-Struktur dauerhaft bestehen bleiben?
Falls nein: Bis wann und mit welchen konkreten Reformschritten wollen Sie diese Ungleichheit überwinden?
Sehr geehrter Herr E.,
ich halte das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung grundsätzlich für sinnvoll und zukunftsfähig. Die gesetzliche Krankenversicherung steht für Solidarität, die private Krankenversicherung für das Äquivalenzprinzip, individuelle Vorsorge und zusätzliche Stabilität durch Kapitalrückstellungen. Beide Systeme ergänzen die medizinische Versorgung sinnvoll, auch wenn es grundsätzliche Unterschiede gibt. Ein direkter Vergleich ist sehr schwierig, da man Äpfel mit Birnen vergleichen müsste. Insofern bin ich auch der Auffassung, dass eine Einheitsversicherung die Probleme unseres Gesundheitswesens nicht lösen, sondern neue schaffen würde. Entscheidend ist vielmehr, die Versorgung insgesamt effizienter zu organisieren und zu verbessern, Kosten im Griff zu behalten und die unterschiedlichen Systeme so weiterzuentwickeln, dass sie auch künftig zuverlässig funktionieren.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei

