Werden Sie nach der Sommerpause für die Abschaffung der Weidetierprämie stimmen und damit u.a. die Artenvielfalt weiter in Gefahr bringen?
Sehr geehrte Frau P.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Das Thema der Weidentierprämien steht im Zusammenhang mit der grundlegenden Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU für die Jahre 2028 bis 2034.
Die EU-Kommission hat hierzu weitreichende Vorschläge vorgelegt, die wir als SPD-Bundestagsfraktion nicht befürworten und für falsch halten. Insbesondere darf die Gemeinwohlorientierung der GAP nicht geschwächt werden - und damit auch nicht die Förderung der Weidentierhaltung.
Die vorgesehenen Mindestbudgets für Umwelt, Klima und Tierschutz dürfen nicht zurückgefahren werden. Stattdessen müssen die finanziellen Anreize für Leistungen der Landwirtschaft in den Bereichen Umwelt, Klima, Biodiversität und Tierwohl steigen und zugleich einfacher und attraktiver ausgestaltet werden.
Für uns gilt: Die Gemeinsame Agrarpolitik muss dem Gemeinwohl dienen. Sie soll eine vielfältige Landwirtschaft mit guten Arbeitsplätzen ermöglichen, gesunde Lebensmittel sichern, Natur und Umwelt schützen und das Tierwohl fördern. Leistungen der Landwirtschaft für Umwelt, Klima, Biodiversität und Tierwohl werden am Markt nicht ausreichend vergütet. Deshalb braucht es dafür eine verlässliche öffentliche Förderungen - nach dem Grundsatz: Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen.
Gerade die Weidentierhaltung ist für den Erhalt wertvoller Lebensräume und der Artenvielfalt von großer Bedeutung. Deshalb setzen wir uns für ihren Erhalt und eine Weiterentwicklung der entsprechenden Förderung ein.
Mit freundlichen Grüßen
Svenja Stadler
