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Stephan Stracke
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Frage von Vanessa B. •

Sie fordern von Fluggesellschaften günstigere Ticketpreise. Wie setzen Sie sich für Menschen ein, die die Bahn für ihren Urlaub nutzen?

https://www.tagesschau.de/inland/luftfahrt-fluggesellschaften-union-sommerurlaub-ticketpreise-100.html

Hier fordert er als Verkehrsexperte günstige Preise für Urlauber zu ihrem Sommerurlaub. Ich sehe aber nicht, wie er sich für Urlauber einsetzt, die bewusst die Bahn für ihre Reise wählen, aber seit Jahren enorm gestiegenene Bahnpreise bei sinkender Qualität in Kauf nehmen müssen. Warum gehen die 350 Mio. nicht in Bahninfrastruktur, damit wir gar keine Inlandsflüge mehr brauchen und die Luftfahrt gezwungen ist, sich "technologieoffen" um Alternativen zum Kerosin zu kümmern, statt immer nur den status quo vor Corona zurückzuverlangen. Dabei wird m.E. nicht kritisch betrachtet, ob der Status quo vor dem Einbruch des Flugaufkommens mit der Pandemie auch der "beste, erstrebenswerte" Zustand war, zu dem heute irgendjemand - außer Lufthansa & Co. - zurückmöchte.

Warum setzt sich die Politik, die regierungsverantwortliche CDU/CSU hier einseitig fürs klimaschädliche Fliegen ein im Jahr 2025?

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Antwort von CSU

Sehr geehrte Frau B.,

vielen Dank für Ihr Schreiben zum Thema Luftverkehr und zur Frage der Senkung von Ticketpreisen.

Der Luftverkehr ist von zentraler Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft. Er trägt maßgeblich zu Wachstum und Beschäftigung sowohl in städtischen als auch in ländlichen Regionen bei und ist damit ein Garant für sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze. Aus diesem Grund ist es ein wichtiges Anliegen der schwarz-roten Koalition, den Luftverkehrsstandort Deutschland zu stärken. Die aktuelle Entwicklung des Luftverkehrs erfüllt uns in den letzten Jahren jedoch mit Sorge. Die Erholung von der Corona-Pandemie läuft nicht so gut wie in anderen Ländern. Verschiedene Airlines haben uns bereits den Rücken gekehrt oder streichen massiv Flugverbindungen, so zum Beispiel die Lufthansa. Eine wesentliche Ursache dafür sind die hohen Standortkosten, die die Wettbewerbsfähigkeit unseres Luftverkehrssektors im europäischen und internationalen Vergleich einschränken. Vor diesem Hintergrund sahen wir uns veranlasst, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die den Luftverkehr in Deutschland unterstützen. Denn wir können es uns nicht leisten, ihn als wichtigen Wirtschaftsfaktor zu verlieren.

Das bedeutet aber nicht – so wie Sie es andeuten-, dass wir den Luftverkehr gegenüber anderen Verkehrsträgern bevorzugen, im Gegenteil: Straße, Schiene, Wasserstraße und Luft sind für uns gleichwertig und die Menschen in unserem Land sollen frei entscheiden können, welches Verkehrsmittel sie nutzen möchten. Das zeigt sich auch in unseren Maßnahmen, die wir bereits ergriffen oder für diese Wahlperiode im Koalitionsvertrag festgelegt haben. So investieren wir in den kommenden Jahren so viel wie nie zuvor in die Verkehrsinfrastruktur. Davon werden vor allem die Bundesfernstraßen und die Schienenwege profitieren. Alles, was baureif ist, wird gebaut. Vergangene Woche wurde vom Bundesverkehrsministerium 23 Neu- und Ausbauprojekte für Autobahnen und Bundesstraßen in ganz Deutschland die Baufreigabe erteilt. Weitere Projekte werden folgen, auch bei der Schiene. Den Ausbau und die Modernisierung der Schienenwege haben wir uns nämlich ebenfalls fest vorgenommen, da diese unabdingbar sind. Zudem hat Bundesverkehrsminister Schnieder mit der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ die Weichen für die grundlegende Bahnreform gestellt, damit der Konzern wieder auf Vordermann gebracht wird und sich mittelfristig Verbesserungen im Zugverkehr einstellen. Darüber hinaus haben wir das Deutschlandticket bis 2030 abgesichert, so dass für einen günstigen monatlichen Festpreis der ÖPNV in ganz Deutschland – auch Regionalzüge – genutzt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Stracke MdB

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