Sehr geehrter Herr Stephan Mayer, vor dem Hintergrund des Rentenpakets: Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters and die Lebenserwartung zu? Ja oder nein? Mit freundlichem Gruß.
ZDF-Liveblog 2./3.7. (Paket, Merz Zitate)
ARD-Deutschlandtrend 3.7. (63%)
Euronews 2.7 (Rentenalter/Lebenserwartung im Paket)
Handelsblatt (Kommission, "Gesamtkunstwerk"-Zitat Frau Bas, Schwesig-Ablehnung)
Sehr geehrte Frau S.,
ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Frage vom 03. Juli 2026. Meine Antwort auf Ihre konkrete Frage lautet: Ja, ich halte eine maßvolle und regelgebundene Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die weitere Entwicklung der Lebenserwartung grundsätzlich für richtig und würde dieser auch zustimmen.
Wenn die Menschen erfreulicherweise länger leben und damit im Durchschnitt auch länger Rente beziehen, müssen die zusätzlichen Lebensjahre angemessen zwischen Erwerbsleben und Ruhestand aufgeteilt werden. Andernfalls würden die finanziellen Folgen einseitig den jüngeren Generationen durch höhere Beiträge und Steuern aufgebürdet. Das wäre auf Dauer weder generationengerecht noch finanzierbar.
Die von der Alterssicherungskommission vorgeschlagene Regelung setzt deshalb bewusst auf eine moderate Entwicklung: Nach dem Abschluss der bereits beschlossenen Anhebung auf 67 Jahre soll die Altersgrenze ab 2032 nur schrittweise angepasst werden. Zusätzliche Lebenszeit soll dabei im Verhältnis von zwei zu eins auf Erwerbs- und Rentenphase verteilt werden. Nach den derzeitigen Annahmen entspräche dies lediglich einer Anhebung um ungefähr sechs Monate innerhalb eines Jahrzehnts. Zudem müssen die tatsächliche Entwicklung der Lebenserwartung und die sozialen Auswirkungen regelmäßig überprüft werden.
Eine solche Kopplung darf allerdings kein blinder Automatismus sein, der Lebensrealitäten oder ganz unterschiedliche Erwerbsbiographien ausblendet. Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen oder nach jahrzehntelanger körperlich besonders belastender Arbeit nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können, braucht es verlässliche und zielgenaue Schutzregelungen.
Die Kopplung ist zugleich nur ein Bestandteil einer umfassenden Rentenpolitik. Mit dem bereits beschlossenen Rentenpaket wird das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent stabilisiert, die Anerkennung von Kindererziehungszeiten verbessert und durch Aktivrente, betriebliche Altersvorsorge sowie stärkere kapitalgedeckte Elemente die Alterssicherung breiter aufgestellt. Ziel muss eine dauerhaft verlässliche Rente sein, die sowohl die Lebensleistung der heutigen Rentnerinnen und Rentner anerkennt als auch die Beitragszahler von morgen nicht überfordert.
Ich danke Ihnen nochmals sehr herzlich für Ihre wichtige Frage und stehe Ihnen selbstverständlich jederzeit sehr gerne persönlich für Ihre Rückfragen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Mayer, MdB

