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Ricarda Lang
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Uwe C. •

Warum beantworten Sie meine Fragen nicht?

In Ihrer Antwort vom 24.6.2026 auf meine Fragen vom 17.11.2025 an Sie, beatworten Sie nicht eine Frage, die ich Ihnen gestellt hatte!

Statt dessen erklären Sie, wie und nach welchen Regeln ein Parteienverbotsverfahren in Deutschland abläuft. Danach hatte ich Sie gar nicht gefragt, denn das weiß ich auch ohne Ihre Erklärungen.

Ich frage Sie jetzt nochmals, mit der Bitte, dass Sie diesmal meine Fragen auch beantworten.

1.

Warum wollen Sie, die Grünen, sich erst nach einem Verbot der AfD um deren, mittlerweile weit über 20 Millionen Wähler, bemühen?

Denn genau das haben Sie in der Sendung bei Carmen Miosga am 16.11.2025 gesagt?

2.

Warum ist in der Zwischenzeit die AfD aktuell die stärkste Partei auf Bundesebene wenn es nach dem Bürgerwillen geht?

Denn wenn heute Bundestagswahl wäre, wäre die AfD mit 27 bis 29% die stärkste Kraft nach allen aktuellen Umfragen.

3.

Warum wird die AfD immer stärker und die anderen Parteien verlieren bei de Bürgern immer mehr an Zustimmung?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Guten Tag,

1. Sie stellen in Ihrem ursprünglichen Beitrag die Frage: "Habe ich Sie gestern bei Caren Miosga richtig verstanden, dass die Grünen sich erst nach einem Verbot der AfD um deren Wähler bemühen wollen?" Ich habe unter anderem geantwortet: "Gleichzeitig würde ein solcher Schritt weder mich noch alle anderen Demokratinnen und Demokraten von der politischen Aufgabe befreien, das Vertrauen in unsere wehrhafte Demokratie und ihre Institutionen wieder zu stärken." Will heißen: Nein, Sie haben mich bei Caren Miosga nicht richtig verstanden. Eine etwaige Verbotsprüfung durch das Bundesverfassungsgericht ist kein Ersatz für die politische Überzeugungsarbeit, die alle demokratischen Parteien tagtäglich und verstärkt zu tun haben.

2. und 3. sind letztlich dieselbe Frage, deshalb gebündelt. Eine Antwort würde den Rahmen hier sprengen. Es gibt unzählige Gründe, die diese Entwicklung erklären. Einige Gedanken dazu habe ich in besagter Caren-Miosga-Sendung geteilt, die Sie ja gesehen haben, viele weitere seither in Interviews und Podcasts, einem Buch und weiteren TV-Auftritten. Wenn ich den Befund in einem Satz zusammenfassen müsste, würde er vermutlich ungefähr so klingen: "In Zeiten multipler Krisen ist - insbesondere in Anbetracht des vielen Streits, oft über kulturkämpferische Nebensächlichkeiten, sowohl in der Ampel als auch in der jetzigen Regierung - vielen Menschen zunehmend und in Teilen auch nachvollziehbarerweise das Vertrauen verloren gegangen, dass die demokratischen Parteien und womöglich ja das demokratische System als solches in der Lage wären, hinreichende Lösungen herbeizuführen, und leihen ihre Stimme deshalb der einzigen Partei, die das demokratische System als Ganzes infrage stellt, auch wenn diese für einen Großteil ihrer Unterstützerinnen und Unterstützer nichts im politischen Programm bereit hält, was deren Situation spürbar verbessern würde, von einer Einstufung der Partei als gesichert rechtsextremistisch durch den Bundesverfassungsschutz ganz zu schweigen."

Mit freundlichen Grüßen,

Ricarda Lang

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