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Frage von Peter S. •

Frage an René Röspel von Peter S. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Tag, Herr Röspel,

Sie haben in einer Ihrer Antworten bzgl. Mindestlohn von guter Arbeit, die sich lohnen müßte, gesprochen. Ist Ihnen der sinngemäße Satz ´es gibt keinen gerechten Lohn für ein gerechtes Tagewerk - nieder mit der Lohnarbeit´ geläufig und was halten Sie davon?

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Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Stribl,

vielen Dank für Ihre Frage vom 13. August zum Thema Mindestlohn.

Wenn ich von guter Arbeit, die sich lohnen muss, spreche, so denke ich an die etwa 600.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland, die nur durch einen staatlichen Zuschuss auf Hartz IV-Niveau kommen. Deshalb hat Bundesarbeitsminister Müntefering nicht zu Unrecht davon gesprochen, dass die Anhebung der Regelsätze bei Hartz IV und die Einführung eines Mindestlohns in jedem Fall zusammen diskutiert werden müssen. Wer wie die Union behauptet, hier besteht kein Zusammenhang, der hat schlicht und einfach das Ausmaß des Problems nicht erkannt. Vielleicht denken die Vertreter von CDU und CSU aber auch, dass bei einem Mindestlohn auf die Arbeitgeber Mehrkosten zukämen, wohingegen bei den „Aufstockern“ der Staat in der finanziellen Verantwortung steht. Wenn man in jedem Fall Belastungen für die Arbeitgeber vermeiden will, wird man natürlich gegen einen Mindestlohn und für das Aufstocken sein. Für mich bleibt es aber dabei: wir brauchen einen flächendeckenden Mindestlohn (und eine Erhöhung der Regelsätze); ob uns Thesen von Karl Marx diesem Ziel näher bringen, wage ich (zur Zeit) zu bezweifeln.

Mit freundlichem Gruß
René Röspel