Reinhard Brandl
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Frage von Paul F. •

Eichstätt verlor die Gynäkologie, Kösching die natürliche Geburtshilfe und zum 1.8. die Notaufnahme – alles vor Ihrer Ausgabenbremse ab 2027. Was soll den weiteren Abbau dann noch aufhalten?

Chronologie im Landkreis Eichstätt: 03/2025 kündigt die Klinik Eichstätt die Schließung der Gynäkologie an. Ab Juni 2025 bietet Kösching keine natürlichen Geburten mehr an. Zum 01.08.2026 soll die stationäre Notaufnahme Kösching schließen, die stationären Leistungen werden in Eichstätt gebündelt. Träger ist ein Kommunalunternehmen des Landkreises; begründet wird der Schritt mit Personalmangel.Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde am 10.07.2026 beschlossen, die einnahmenorientierte Ausgabenpolitik greift ab 2027. Der Abbau geschieht also unter noch günstigeren Bedingungen als den künftigen. Zugleich wächst die Zahl der über 75-Jährigen im Landkreis bis 2044 um 71,4 % (Bayerisches Landesamt für Statistik, 2026).

Entweder die Reform sichert die Versorgung in der Fläche – dann erklären Sie bitte diese drei Entscheidungen. Im LK EI fielen seit 2025 drei Versorgungsangebote weg, bevor die Ausgabenbremse greift. Welcher Meachnismus im Gesetz stoppt diese Entwicklung?

Reinhard Brandl
Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr F., 

haben Sie vielen Dank für die Frage vom 25.07.2026 zur Krankenhauslandschaft im Kreis Eichstätt. Die von Ihnen gezeigten Entwicklungsschritte haben jeweils verschiedene Ursachen. Zum Teil ist es fehlendes Personal. Zum Teil sind es neue Regelungen aus vergangenen Reformgesetzen. Der Wegfall der Geburtenstation beispielsweise ist kein Eichstätt-spezifisches Problem. Das betrifft flächendeckend kleinere Häuser in ganz Bayern. 

Die jetzige Entwicklung und vor allem die jüngsten Beschlüsse zu Kösching stehen nicht in direktem Zusammenhang mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Dieses wurde vor gut zwei Wochen beschlossen. Die Auswirkung auf einzelne Krankenhausstandorte ist noch nicht im Detail absehbar. Im Gesetzgebungsverfahren wurden insbesondere zu den Krankenhäusern noch einige Änderungen herbeigeführt. 

Klar ist, dass die neuen Regelungen für das Gesundheitswesen eine große Herausforderung sind. Das ist allen Abgeordneten bewusst. Klar ist aber auch, dass uns ohne Reform massiv steigende Beiträge drohen. Das kann auch nicht der Weg sein - vor allem, wenn wir unsere Wirtschaft wieder in Schwung bringen wollen. 

Wir müssen darauf hinwirken, dass die Krankenhäuser in der Region noch vernetzter zusammenarbeiten. Das galt schon vor dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz und gilt nun umso mehr. Hier sind die beteiligten Landkreise bereits in tiefen Gesprächen. 

Mit besten Grüßen

Reinhard Brandl

 

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