Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu, ja oder nein?
Eine an die Lebenserwartung gekoppelte Regelaltersgrenze ist demografisch konsequent und langfristig kaum zu vermeiden. Die vorgeschlagene Aufteilung im Verhältnis von zwei Dritteln Erwerbsphase zu einem Drittel Rentenphase stellt dabei grundsätzlich einen ausgewogenen Ansatz dar.
Entscheidend ist für uns jedoch, dass die allgemeine Lebenserwartung nicht mit der gesunden Lebenserwartung gleichgesetzt werden darf. Eine Kopplung des Renteneintrittsalters kann daher nur dann in Betracht kommen, wenn sie sich an der gesunden Lebenserwartung orientiert. Die Bundespolitik diskutiert derzeit vor allem über eine Rente mit 70 und die steigenden Kosten der sozialen Sicherungssysteme, lässt dabei aber häufig außer Acht, wie Menschen überhaupt länger gesund und leistungsfähig im Berufsleben bleiben können. Dieser Aspekt muss aus unserer Sicht zwingend Bestandteil der Debatte sein.
Deshalb halte ich es für sinnvoll, die Anzahl der geleisteten Arbeitsjahre stärker in den Mittelpunkt zu rücken als eine starre Altersgrenze. Wer bereits in jungen Jahren in das Berufsleben eingestiegen ist und oftmals über Jahrzehnte körperlich belastende Arbeit verrichtet hat, sollte auch die Möglichkeit haben, früher in den Ruhestand zu gehen. Ein gerechtes Rentensystem muss den unterschiedlichen Berufsbiografien und Belastungen Rechnung tragen.

