Würden Sie Kürzungen beim Kinderkrankengeld oder vergleichbaren Familienleistungen zustimmen? Falls ja: Warum halten Sie Einsparungen zulasten erwerbstätiger Familien sozial und politisch für gerecht?
Sollte ein Gesetz eingebracht werden, das das Kinderkrankengeld oder vergleichbare Familienleistungen einschränkt: Würden Sie einem solchen Vorhaben zustimmen? Falls ja: Mit welcher persönlichen und politischen Begründung?
Viele berufstätige Eltern stehen bereits heute unter erheblichem finanziellen und organisatorischen Druck. Besonders Haushalte mit mittleren Einkommen sind auf familienpolitische Leistungen angewiesen.
Vor diesem Hintergrund interessiert mich, welche Prioritäten Sie in der Familienpolitik setzen. Halten Sie Einsparungen ausgerechnet bei erwerbstätigen Familien für sozial gerecht, obwohl diese durch Erwerbstätigkeit und Kindererziehung bereits einen wesentlichen Beitrag für Gesellschaft und Sozialstaat leisten? Nach welchen Kriterien wären Kürzungen in diesem Bereich vertretbar? Und wären Sie überzeugt, dass eine solche Entscheidung dem Willen der Mehrheit in Ihrem Wahlkreis entspricht?
Ihre Position hierzu wird meine Wahlentscheidung maßgeblich beeinflussen.
Sehr geehrter Herr S.,
vielen Dank für Ihre umfängliche Frage, Sie sprechen darin verschiedene Themen an, insbesondere aber meine Perspektive auf die Familienpolitik. Mir ist in allererster Linie wichtig, dass wir eine funktionierende Ganztagsbetreuung für Kinder umsetzen, denn das ist die Grundlage für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gerade in einer Zeit, die von Krisen, Inflation, Krieg und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt ist, ist die Entscheidung für ein Kinder sicher keine leichte.
Als Union wollen wir Familien gezielt stärken, wir wollen den Kinderfreibetrag in Richtung des Grundfreibetrags der Eltern weiterentwickeln und auch das Kindergeld erhöhen. Damit sollen Eltern mehr finanzielle Spielräume bekommen und Familien entlastet werden. Als Koalition haben wir uns daher auch für eine Erhöhung des Kindergelds ausgesprochen und in dieser Woche auch das antragslose Kindergeld beschlossen und so Eltern von weiterer Bürokratie entlastet.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Nora Seitz MdB

