Frau Scheer, wie genau stellen Sie sich den Gesamtenergiemix für Deutschland im Jahr 2045 bzw. 2050 vor?
Also welche Energiequellen sollen welchen Anteil am gesamten Energiebedarf in Deutschland abdecken, wenn fossile Energieträger praktisch nicht mehr genutzt werden dürfen? Bitte aufschlüsseln in prozentuale Anteile für PV, Windenergie, Biomasse, Wasserstoffkraftwerke, etc.
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für ihre Frage. Vor dem Hintergrund der angestrebten Klimaneutralität bis 2045 ist die Abkehr von fossilen Energieträgern unerlässlich. Hierzu zählen alle Erneuerbaren Energien, aber auch Abwärme in Kombination mit Speichern, grünem Wasserstoff, Flexibilitäten und Netzmanagement. Diese Entwicklung ist auch ressourcenseitig unerlässlich, da schwindende fossile Ressourcen bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung unweigerlich zu explodierenden Preisen und Kriegen um Ressourcen führen. Dies zeichnet sich bereits ab.
Photovoltaik und Windenergie bilden dabei die Basis der Energieerzeugung, während grüner Wasserstoff in den energieintensiven Industrien eingesetzt wird, in denen Moleküle weiterhin nicht zu ersetzen sind, und der bei geringem Dargebot von Sonne und Wind in wasserstofffähigen Kraftwerken, neben Batteriespeichern, der Absicherung der Stromversorgung dient. Biomasse und Geothermie können ergänzend, insbesondere für regionale Wärmenetze, genutzt werden. Es ist nicht die Aufgabe des Staates zu erklären, welchen Anteil welche Energiequelle letztlich erfüllen wird. Zugleich muss auf einen Mindestausbau geachtet werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. So erklären sich auch die bundesseitig gesetzten Mindestausbauziele. Ich nenne an dieser Stelle bewusst keine GW-Zahlen für Wind und Solar usw., da diese sich auch verändern können. So ist aktuell festzustellen, dass die Ziele bei Wind-Offshore schwerer erreichbar sind als etwa bei Wind-Onshore. Möglicherweise wird dies bei den weiteren Ausbauzielen entsprechend zu berücksichtigen sein. Dies wird noch zu beraten sein.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Nina Scheer

