SPD in der Krise: Warum werden die Parteivorsitzenden nicht von ihren Ministerämtern entbunden, um sich vollständig der Erneuerung und Stabilisierung der Partei zu widmen?
Herr Miersch,
die SPD befindet sich aus meiner Sicht in einer existenziellen Krise und braucht dringend programmatische und inhaltliche Erneuerung. Gleichzeitig hat sich die politische Realität grundlegend verändert. Was vor 20 oder 30 Jahren noch praktikabel gewesen sein mag, Parteivorsitz und Ministeramt zu verbinden, stößt heute angesichts einer globalisierten, multipolaren und sich rasant verändernden Welt an Grenzen. Sowohl ein Ministeramt als auch der Vorsitz einer Volkspartei erfordern volle politische und zeitliche Aufmerksamkeit.
Daher meine Fragen an Sie als Fraktionsvorsitzenden und Teil der Parteiführung:
1. Wer trägt die politische Verantwortung für diese Doppelfunktion?
2. Warum werden die regierenden Parteivorsitzenden nicht von ihren Ministerämtern entbunden, damit sie sich vollständig der Erneuerung und Stabilisierung der SPD widmen können?
3. Welche konkreten Gründe sprechen aus Sicht der Parteiführung in dieser Situation der SPD gegen diese personelle Trennung?

