Jahrgang
1955
Wohnort
Berlin / Friedrichshain-Kr.ber
Berufliche Qualifikation
Diplom-Philosophin
Ausgeübte Tätigkeit
MdA
Wahlkreis

Wahlkreis 0: Friedrichshain-Kreuzberg WK 4

Wahlkreisergebnis: 27,3 %

Parlament
Berlin 2011-2016

Die politischen Ziele von Martina Michels

Eine Konsequenz nach der Wende war für mich: Nie wieder nur mitlaufen, sondern hinsehen, hinterfragen und mich aktiv einmischen und Verantwortung übernehmen. 1990 habe ich das als Anfängerin im politischen Geschäft begonnen und bin bis heute dabei geblieben. Politik und Parlament sind für mich dabei kein Selbstzweck sondern vor allem Interessenvertretung für die Bürgerinnen und Bürger. Zusammenarbeit mit außerparlamentarischen Vereinen und Interessenvertretungen spielen für mich dabei eine wichtige Rolle. Ob in der Oppositionsrolle oder wie gegenwärtig in Regierungsverantwortung - die Nähe zu den Betroffenen, das konkrete Gespräch vor Ort und die Achtung der unterschiedlichen Standpunkte und Meinungen, sind für mich unverzichtbar in meiner Arbeit. Hauptziele meines Wirkens sind mehr soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung, gute Bildung für alle und Arbeit, von der man auch leben kann. Auch die Schwächsten in unserer Gesellschaft haben ein Recht auf Selbstbestimmung und Solidarität. 
Mein Politikfeld Europa ist für mich sehr konkret und berührt die unmittelbaren Interessen der Bürgerinnen und Bürger.  Jedes Mal, wenn die Menschen z.B. den Wasserhahn aufdrehen, wenn sie Strom verbrauchen oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen, ist die EU bereits im Spiel - ob nun über Vorschriften, durch Fördermittel oder mit europäischen Leitungsnetzen. EU-Politik greift somit tief in die konkreten Lebenssituationen der Menschen ein. Ein großer Teil der Gesetzgebung wird heute schon durch Brüssel bestimmt. Deshalb ist mein Motto: europäisch denken und lokal handeln!

Über Martina Michels

Berlin ist meine Stadt - hier bin ich 1955 geboren,  verbrachte meine Kindheit auf einem Friedrichshainer Hinterhof und bin bis heute überzeugte Berlinerin. 

Als Mutter von zwei  erwachsenen Töchtern lebe ich noch heute hier und fühle mich in meinem Kiez mit seiner Originalität und Vielfalt wohl und verwurzelt.  Nach dem Abitur, studierte ich von 1975-80 an der Humboldt- Universität zu Berlin und bin seit 1980 Diplom-Philosophin. Nach dem Studium arbeitete ich 5 Jahre  als Mitarbeiterin im Präsidium der URANIA (Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse). Mein Interesse für internationale Politik führte mich 1985 ins Ministerium für Gesundheitswesen, wo ich im Bereich internationale Zusammenarbeit für die Gesundheitsabkommen mit den damaligen osteuropäischen Ländern, insbesondere der UdSSR tätig war. Durch diese Arbeit konnte ich die Politik der „Perestroika“ von M. Gorbatschov konkret und vor Ort kennen lernen und Erfahrungen sammeln, die meinen späteren Werdegang sehr beeinflusst haben. Einer persönlichen Konsequenz nach dem Fall der Mauer folgend, begann 1991 mein politisches Engagement. Ich wollte mich fortan aktiv einmischen und Verantwortung übernehmen. In meinem Wahlkreis in Friedrichshain stellte ich mich als Direktkandidatin zur Wahl und wurde 1989/90 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Berlin. Seit Januar 1991 bin ich direkt gewähltes Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und begann dort meine  Arbeit als  Parlamentarische Geschäftsführerin der PDS-Fraktion. Gegenwärtig bin ich stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion und  seit 1999 Mitglied des Präsidiums. 1996 wurde ich von der Mehrheit des Abgeordnetenhauses zu dessen Vizepräsidentin gewählt. Dieses Amt hatte ich insgesamt 9 Jahre inne. Mit der Übernahme  des Aufgabenbereiches Europapolitik in meiner Fraktion schließt sich für mich der Kreis zu meiner früheren internationalen Arbeit. Seit 1991 bin ich neben der europapolitischen Sprecherin auch Vorsitzende des Ausschusses für Europa- und Bundesangelegenheiten, Medien und Berlin-Brandenburg. Als Mitglied im Ausschuss der Regionen in Brüssel vertrete ich seit einigen Jahren dort Berliner Landesinteressen. In diesem Beratungsgremium der EU werden Vorhaben der EU-Kommission bereits im Vorfeld auf ihre Auswirkungen auf die Regionen überprüft und Stellungnahmen erarbeitet.

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