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Mareike Engels
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Frage an Mareike Engels von David M. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

Sehr geehrter Frau Engels,
aktuell studiere ich an der Universität Hamburg. Dass langsam Lockerungen anstehen freut sicherlich viele Student*innen.
Es gibt aber auch Studierende, welche zum Beispiel aufgrund psychischer oder physischer Krankheiten nicht in die Universität können oder nur sehr ungern in Präsenzveranstaltungen gehen, weil ihre Krankheiten dies einfach sehr verkomplizieren und nahezu unmöglich machen.
Da die Digitalisierung in den Universitäten mittlerweile stark fortgeschritten ist und es nun so gut wie überall möglich erscheint Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften Digital anzubieten, wäre meine Frage nun:

Ist es geplant, dass für o.g. Studierende eventuell ein Anspruch auf Digitale Angebote von Vorlesungen (ob asynchron oder synchron wäre nicht relevant) und Arbeitsgemeinschaften (und vielleicht sogar Klausuren) entstehen könnte?
Falls nein, ob Sie diese Thematik eventuell in den Ausschuss bringen oder mit ihren Kolleg*innen besprechen könnten? Denn es gibt nicht wenig Studierende, welche dies betreffen würde.
Auch das "Büro für die Belange von Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung" bemängelte in einem persönlichen Gespräch mit mir die mangelnden Angebote/Möglichkeiten für Nachteilsausgleiche an den Universitäten/(Fach)hochschulen in Hamburg.

Es soll dabei nicht darum gehen, dass die Präsenzuniversität eine Fernuniversität werden soll, sondern lediglich die Chance nun zu nutzen um angemessene und mit wenig Aufwand umzusetzende Nachteilsausgleiche primär für Studierende mit Behinderung und evtl. auch sekundär für gesunde Studierende, welche die Vorteile des digitalen Lernens schätzen, anzubieten und den Studierenden so eine echte Chance zu geben, endlich gleichberechtigt studieren zu können.

Ich würde mich über eine Antwort Ihrerseits sehr freuen und bleiben Sie Gesund.
Mit freundlichen Grüßen
PS: Die Frage fragte ich mehrere Abgeordnete

Frage von David M. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat 3 Wochen

Moin David Müller,
vielen Dank für Ihr Engagement. Wir teilen Ihre politische Ambition, die Hochschulen zu einem inklusiven Lern- und Arbeitsraum umzugestalten. Momentan befindet sich die Digitalisierung noch in vollem Gange. Wir haben kürzlich eine datenschutzfreundliche Rechtsgrundlage digitale Prüfungen und Lehrangebote geschaffen (Drs. 22/4796 ). Nun liegt es an den Hochschulen die Prüfungsordnungen so zu gestalten, dass Studierende die Wahlfreiheit zwischen digitalen und analogen Formaten haben.
Zurzeit befinden wir uns in der Diskussion, wie Datenschutzfreundlichkeit und praktische Erfordernisse der Hochschulen bestmöglich umgesetzt werden können. Im nächsten Schritt werden für diese Zwecke (zum Beispiel Video-Konferenzen und Prüfungskontrolle) hochschuleigene Systeme implementiert. Diese Prozesse sind bereits angestoßen und scheinen uns auch die Grundlage für Ihr vorgetragenes Anliegen zu sein. Ehrlich gesagt erweist sich schon dieser Schritt als kompliziert, weil die Hochschulen in Hamburg autonom sind und ihre Prüfungsangelegenheiten selbst regeln.

Unser Wissenschaftsressort in der Fraktion hat Ihr Anliegen jedenfalls im Blick und arbeitet in eine ähnliche Richtung. Deswegen auch noch mal herzlichen Dank für Ihre Anregung & alles Gute Ihnen.
Viele Grüße,
Mareike Engels

 

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