Wann wird es auch Regelungen für den Schutz von Igeln geben?
Jetzt sind Vorgaben für den Schutz von Rehkitzen in Wiesen und Weiden getroffen. Doch wer hat die Igel im Dickicht im Fokus? Hunderte Motorsensen und Freischneider verstümmeln und verletzen Igel in ihren Tagesquartieren. Sie leiden still, weil sie nicht schreien. Auch bei Bauvorhaben wird kaum darauf geachtet. Der Bagger kommt, zerstört Natur und zerquetscht und mordet ohne Rücksicht. Ich möchte das geändert haben. Igel stehen inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Wird es bald eine Regelung geben? Bitte kämpfen es ie dafür und bringen sie auch das Thema auf den Tisch. Danke.
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre engagierte Zuschrift zum Schutz von Igeln – einem Thema, das mir persönlich sehr am Herzen liegt und das ich für politisch dringend behandlungswürdig halte.
Sie sprechen einen wirklich blinden Fleck im Naturschutz an: Während für Rehkitze inzwischen klare Vorgaben beim Mähen von Wiesen und Weiden gelten, fehlen vergleichbare verbindliche Regelungen für Igel – obwohl diese als besonders geschützte Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 BNatSchG) eigentlich bereits unter dem allgemeinen Tötungsverbot stehen. Das Problem ist die fehlende praktische Durchsetzbarkeit und das mangelnde Bewusstsein in der Praxis.
Tatsächlich ist der Igel inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Säugetiere Deutschlands aufgeführt. Der Einsatz von Motorsensen und Freischneidern in Gärten und auf Grünflächen stellt eine der unterschätzten Hauptgefahren für Igel in ihren Tagesquartieren dar – ebenso wie Bautätigkeiten, bei denen Lebensräume ohne vorherige Prüfung zerstört werden.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass:
- das Thema Igelschutz im Niedersächsischen Landtag aktiv zur Sprache kommt – sei es durch eine Anfrage an die Landesregierung oder durch den Austausch im zuständigen Ausschuss für Umwelt und Naturschutz,
- geprüft wird, ob auf Landesebene verbindliche Hinweispflichten und Schutzmaßnahmen beim Einsatz von Freischneidern oder bei Bauvorhaben eingeführt werden können,
- Aufklärungskampagnen und Informationsmaterial für Kommunen, Gartenbaubetriebe und Privatpersonen gefördert werden.
Ich nehme Ihr Anliegen sehr ernst und danke Ihnen, dass Sie auf diesen stillen, aber bedeutsamen Teil unserer heimischen Tierwelt aufmerksam machen. Genau solche Zuschriften aus der Bevölkerung helfen, politische Prioritäten zu schärfen.
Herzliche Grüße
Lena Nzume

