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Klaus Holetschek
CSU

Frage an Klaus Holetschek von Nyrknaqre Urvamr bezüglich Gesundheit

02. März 2021 - 12:28

Lieber Herr Holetschek, meine Frau arbeitet in der Kinderbetreuung in einer Münchener Grundschule. Ich habe heute versucht, für sie im Impfzentrum Messe einen Impftermin zu bekommen. Das war nicht möglich, ich wurde auf die Abarbeitung der Prio 2 Impfliste verweisen (wo sie seit Januar registriert ist). Unser Ministerpräsident Söder fordert die Freigabe von Impfdosen für alle. Wieso werden nicht erst die Impfberechtigten der Prio 2 Gruppe kontaktiert? Gibt es Probleme bei der Umsetzung der Impfstrategie? Könnte ich ggf. ehrenamtlich unterstützen und an wen könnte ich mich diesbezüglich wenden?
Vielen Dank vorab und viele Grüße

Frage von Nyrknaqre Urvamr
Antwort von Klaus Holetschek
08. April 2021 - 08:10
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat

Sehr geehrter Herr Heinze,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Durch die Änderung der
Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) haben nunmehr auch Personen wie Ihre Frau, die in Kindertagesein richtungen tätig sind, mit hoher Priorität einen Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung. Am 02.03.2021 ist die Software BayIMCO an entsprechend angepasst worden. Die Beschäftigten in den Kitas können sich eigenständig für die Impfung über BayIMCO anmelden. Sollten sie bereits in BayIMCO angemeldet sein, wird die Höherpriorisierung aber erst bei erneutem Einloggen und Aktualisierung ihrer Daten durchgeführt.

Unser Ziel ist es, möglichst vielen Menschen in möglichst kurzer Zeit ein Impfangebot zu machen. Daran haben wir unsere Impfstrategie ausgerichtet. Limitierender Faktor war der bisher nicht ausreichende Impfstoff bzw. beschränkende Vorgaben der STIKO bzgl. der Anwendbarkeit des Impfstoffs von Astra Zeneca. Unsere Impfkonzept wird ständig flexibel weiterentwickelt und den sich stets ändernden Rahmenbedingungen angepasst.

Allerdings hat der bis Ende März verfügbare Impfstoff nicht ausgereicht, allen Menschen der Priorisierungsgruppen 1 und 2 ein Impfangebot für die Erst- und Zweitimpfung zu machen. Die vulnerablen Gruppen müssen daher
weiterhin prioritär geschützt werden. Es ist ein ethisches Gebot, die Priorisierungsvorgaben der Corona-Impfverordnung angesichts der um ein Vielfaches erhöhten Sterblichkeitsrate der vulnerablen Gruppen, der älteren Menschen sowie der Menschen mit schweren Vorerkrankungen, grundsätzlich einzuhalten.

Die online-Terminvergabe unter www.impfzentren.bayern erfolgt über eine extra entwickelte Software (BayIMCO) in der Reihenfolge der Priorisierungsstufen und nach Verfügbarkeit von Impfstoffen.

Über die Corona-Schutzimpfung, die Modalitäten der Anmeldung und Terminvergabe wurde die Öffentlichkeit in vielfältiger Weise mit gut zugänglichen Informationen unterrichtet. Beispielhaft möchte ich nur auf unseren Internetaufritt www.stmgp.bayern.de/coronavirus/, die bundesweite Impfkampagne #ärmelhoch mit Plakaten, Radiospots etc., unsere bayerischen Kampagnen #Bayernkrempeltdieärmelhoch sowie #ichkrempeldieärmelhoch verweisen. Hinzu kommen Zeitungsanzeigen, Radiospots, Informationen über SocialMedia-Kanäle und vieles mehr.

Menschen über 80 Jahre haben von den Kreisverwaltungsbehörden zudem gesonderte schriftliche Informationen erhalten; zusätzlich haben wir für die Seniorinnen und Senioren eine Kartenaktion mit der Möglichkeit, eine Rückrufbitte beim Impfzentrum zu hinterlassen, und eine spezielle Informationsbroschüre entwickelt und produziert.

Ich freue mich zu hören, dass Sie sich ehrenamtlich für das Gelingen unserer Impfkampagne engagieren wollen: Gerade ältere Menschen brauchen teilweise Unterstützung bei der Impfanmeldung. Hierfür können Sie sich bspw. an Nachbarschaftshilfen, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenfachstellen bei Ihrem Landratsamt oder kreisfreien Stadt oder an Ihre Kirchengemeinde wenden.

Abschließend möchte ich noch um etwas Geduld bitten. Es ist damit zu rechnen, dass die Anzahl der Impfungen bald mit zunehmenden Ausmaß an Lieferung von Impfstoff und entsprechender Ausweitung der Kapazitäten sukzessive ansteigt.