Katrin Schmidberger
DIE GRÜNEN
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Frage von Xnebyn Ibtry an Katrin Schmidberger bezüglich Wirtschaft

# Wirtschaft 24. Juni. 2017 - 21:09

Sehr geehrte Frau Schmidberger,

bis März 2018 soll die Berliner Tourismus Marketing GmbH visit.Berlin ein Konzept "Stadtverträglicher Tourismus" vorlegen. Tourismus ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden, die Übernachtungszahlen steigen kontinuierlich. In einigen Innenstadtvierteln regt sich allerdings Widerstand gegen Kneipenmeilen, Ferienwohnungen, Hostels, Touristifizierung und Ballermannisierung. Kiezstrukturen werden zerstört. Exemplarisch für den Ballermann an der Spree ist der Simon-Dach-Kiez in Friedrichshain zu nennen, Anwohner im Reuterkiez Neukölln fordern den Stopp der "Ver-Simon-Dachisierung" ihres Viertels. Bewohner sind Seismographen für negative Entwicklungen in ihrem Kiez. - Wie stehen Sie, als Sprecherin für Tourismus bzw. die Berliner Grünen zu einer Beteiligung der Berliner*innen bei der Entwicklung des Konzeptes zu "Stadtverträglichem Tourismus"?

Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung.

Von: Xnebyn Ibtry

Antwort von Katrin Schmidberger (GRÜNE)

Sehr geehrte Frau Ibtry,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage, auf die ich Ihnen gerne antworte. Vor dem Hintergrund steigender Besucherzahlen und eines immer intensiver genutzten Stadtraums ist es immer notwendiger, für die Auswirkungen touristischer Nutzungen und den daraus resultierenden Konflikten in den Kiezen kooperative und stadtverträgliche Lösungen zu finden. Wichtiges Ziel des neuen Tourismus-Konzeptes soll sein, die Vielfalt in den Kiezen zu erhalten und für einen Interessensausgleich zwischen den Anwohner*innen, Gewerbetreibenden und Besucher*innen zu sorgen. Dementsprechend soll auch den Berliner*innen eine stärkere Rolle zukommen. Dies muss vor allem für die Umsetzung eines neuen Konzeptes gelten. Entscheidend wird sein, eine neue Tourismuspolitik nicht nur zu beschreiben, sondern auch umzusetzen.

Eine diskutierte Forderung wird dabei sein, den „Runden Tisch Tourismus“ zukünftig neben Wirtschaftsvertreter*innen und Verbänden auch regelmäßig Vertreter*innen von Kultur, Wissenschaft, der Bezirke um Vertreter von Anwohner*innen-Initiativen zu ergänzen. Gleichzeitig – und vielleicht wichtiger – ist die Etablierung eines Bürger*innenbeirats, der insbesondere eine stärkere und kontinuierliche Teilhabe und Beteiligung der Bevölkerung ermöglichen kann. Die Einrichtung eines solchen Beirats könnte helfen, Probleme frühzeitig zu thematisieren und Nutzungskonflikte zu entschärfen.

Darüber hinaus ist wichtig, dass die Bezirke zukünftig stärker von den Mitteln zur Förderung des Tourismus profitieren – u.a. aus den Einnahmen aus der sog. City Tax. Wir brauchen ausreichend Mittel, um touristisch stark beanspruchte Bezirke insbesondere beim Thema „Saubere Stadt“ oder beim Ausbau der öffentlichen Infrastruktur zu unterstützen.

Bei Rückfragen geben Sie gerne Bescheid.

Viele Grüße
Katrin Schmidberger

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