Beabsichtigen die Grünen auch eine Frauenquote bei der Bundeswehr inkl. Auslandseinsätze einzuführen wenn sie nach der nächsten Bundestagswahl evtl. wieder in einer Regierungsverantwortung sind?
Aus der Sicht als Mann empfinde ich es als ungerecht das Männer zur Bundeswehrmusterung müssen und Frauen nicht müssen sondern freiwillig können. Darum würde ich eine Frauenquote für die Bundeswehr inkl. Auslandseinsätze für gerecht und keine Frauenquote als Männerdiskriminierend erachten.
Mit freundlichem Gruß D.K.
Lieber Herr K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Reaktivierung der alten, klassischen Wehrpflicht lehnen wir ab. Dieses Modell ist gesellschaftlich unzeitgemäß und ungerecht. Es belastet einseitig junge Männer in einer entscheidenden Lebensphase. Eine moderne Sicherheitspolitik, die auf die Verteidigung unserer freiheitlich-demokratischen Werte ausgerichtet ist, muss selbst die Grundsätze der Gleichberechtigung und Fairness widerspiegeln. Unsere Werte lassen sich nicht durch ungleiche Pflichten glaubwürdig schützen.
Sollten verpflichtende Elemente im Wehrdienst eingeführt werden, halte wir es für richtig, dass diese Pflichten perspektivisch für alle Geschlechter gleichermaßen gelten. Ein reiner Männer-Pflichtdienst ist gesellschaftlich nicht mehr vermittelbar. Für eine verpflichtende Einbeziehung von Frauen ist jedoch eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich, denn Artikel 12a GG beschränkt die Wehrpflicht explizit auf Männer. Eine solche Verfassungsänderung ist rechtlich und politisch an hohe Hürden geknüpft. Diese setzt eine Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat voraus.
Wir Grünen sind überzeugt, dass Sicherheit und Resilienz Aufgaben sind, die wir nur gemeinsam als gesamte Gesellschaft bewältigen können. Um als Demokratie wehrhaft zu werden, brauchen wir das Engagement, das Wissen und die Tatkraft aller Generationen, Geschlechter und Berufsgruppen. Es ist unfair und sicherheitspolitisch kurzsichtig, diese immense Verantwortung einseitig auf den Schultern von 18-Jährigen jungen Männern abzuladen.
Echte Wehrgerechtigkeit und ein starker gesellschaftlicher Zusammenhalt lassen sich heute am besten durch Freiwilligkeit erreichen. Bestehende Formate, ob bei der Bundeswehr, bei den Blaulichtorganisationen oder den zivilen Freiwilligendiensten bieten allen Bürgerinnen und Bürgern die gleiche Chance, sich für unsere Werte einzusetzen. Durch den gezielten Ausbau und eine bessere finanzielle Anerkennung dieser Angebote stärken wir die Wehrhaftigkeit und Verteidigungsbereitschaft unseres Landes nachhaltig und auf demokratischem Weg.
Viele Grüße
Team Dröge
