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Josephine Ortleb
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Frage von Yves B. •

Könnte man nicht zur Klimaanpassung (Schutz vor Hitze und Wasserknappheit) alte Infrastruktur aus dem 2. Weltkrieg und dem Kalten Krieg nutzen?

Sehr geehrte Frau Ortleb,
bzgl. der Bedrohung aus Russland wurde viel darüber gesprochen, dass die Sanierung alter Bunker und Schutzräume zu teuer sei. Aber wenn sie stabil und sicher sind, warum kann man sie nicht bei Hitzewellen als kühle Orte öffnen? Hier im Saarland gibt es z.B. viele alte Bunker tief im Gestein, wo es auch im Sommer nicht heiß wird. Und in Berlin gibt es unterirdisch noch alte, unvollendete NS-Infrastruktur, die ebenso nutzbar wäre, oder auch als städtische Zisterne gegen Trinkwasserknappheit im nächsten Dürresommer. Stets heißt es, Klimaanpassung sei sehr teuer und die Haushaltslage schwierig, warum werden solche sehr günstigen Möglichkeiten dann nicht konsequent genutzt? Könnte der Bund nicht zumindest die Initiative ergreifen, alle Potentiale in den Ländern und Kommunen gemeinsam mit diesen zu evaluieren?

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau B., 

vielen Dank für Ihre Anfrage über abgeordnetenwatch.de.

In der aktuellen politischen Forderung der SPD zur Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung und Naturschutz soll der Bevölkerungsschutz stärker mit Klimafragen zusammen gedacht werden. Von daher finde ich ihren Ansatz durchaus interessant. 

Nicht jeder alte Bunker ist jedoch automatisch als Aufenthaltsort oder Zisterne geeignet. Entscheidend sind Sicherheit, Eigentumsverhältnisse, Belüftung, Zugänglichkeit, Brandschutz, Schadstoffbelastung und die Frage, ob eine Umnutzung wirtschaftlich tatsächlich sinnvoll ist. Aber wenn eine Anlage grundsätzlich standsicher ist und mit vertretbarem Aufwand nutzbar gemacht werden kann, sollten wir prüfen, ob sie mehrere Funktionen erfüllen kann. 

Genau deshalb halte ich eine systematische Bestandsaufnahme für erwägungswert. Der Bund könnte gemeinsam mit Ländern und Kommunen erfassen, welche unterirdischen Anlagen, Bunker, Stollen, Tiefgaragen oder andere bestehende Infrastrukturen vorhanden sind und welches Potenzial sie für Bevölkerungsschutz und Klimaanpassung haben. Dabei müsste für jeden Standort geprüft werden, was technisch, rechtlich und finanziell tatsächlich sinnvoll ist.

Der Bund könnte dabei eine koordinierende Rolle übernehmen. Gerade weil Klimaanpassung und Hitzeschutz bislang stark auf Länder und Kommunen verteilt sind, braucht es mehr gemeinsame Planung und verlässliche Unterstützung. 

Vielen Dank noch einmal für ihre Anfrage.

Herzliche Grüße, 

Josephine Ortleb

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