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Jan van Aken
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Frage von Matthias J. •

Wer sind die "Faulen" im Land?

Sehr geehrter Herr van Aken,

Leider verengt sich die Diskussion um die "Lifestyle-Teilzeit" auf die Gründe, warum Arbeitnehmer Teilzeit nehmen. Dabei gibt es reihenweise Wohlhabende, die es nicht nötig haben, mehr oder gar überhaupt zu arbeiten. Wer spricht über die Privatiers?

Beispielsweise genügt es in München 3 Durchschnittswohnungen zu vermieten (auf dem Land können es auch schon mal 11 sein, wobei man leichter an 11 Wohnungen auf dem Land kommt als an 3 Wohnungen in München) um daraus ein höheres Einkommen als einen Durchschnittsverdienst zu erzielen. Wobei vom Durchschnittsverdienst noch mehr Sozialabgaben und Steuern abgehen als von Miet- oder sonstigen Kapitaleinnahmen. Wenn man solche Menschen vor die Wahl stellt "Vollzeit oder gar nicht!", wie werden die sich wohl entscheiden? Eigentum verpflichtet. Wie wollen Sie sehr Wohlhabende motivieren, Ihre Arbeitskraft und ihr Vermögen zum Wohl der Gesellschaft einzubringen?

Freundliche Grüße

Matthias J.

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Herr J.,

vielen Dank für die Frage. Wir sehen es wie Sie: Die Debatte ist schief. Während über „Lifestyle-Teilzeit“ bei Beschäftigten diskutiert wird, bleibt eine viel größere Frage meist unangetastet: Warum kann ein wachsender Teil der Wohlhabenden komplett von Vermögen leben, ohne einen fairen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten?

Für uns als Die Linke ist klar: Arbeit muss sich lohnen, aber Nicht-Arbeiten auf Kosten anderer darf sich nicht lohnen. Eigentum verpflichtet. Wer viel besitzt, trägt auch besondere Verantwortung für das Gemeinwohl.

Unsere Antwort: Wir wollen hohe Vermögen und große Erbschaften stärker heranziehen, Kapitaleinkommen gerecht besteuern und alle Einkommen, auch aus Vermögen, an der Finanzierung des Sozialstaats beteiligen. Dann reden wir endlich über Leistungsgerechtigkeit statt über Nebelkerzen.

Gleichzeitig wollen wir Arbeit so gestalten, dass Menschen sie gerne machen: mit guten Löhnen, sicheren Jobs und Zeit zum Leben. Motivation entsteht nicht durch Druck, sondern durch Sinn, Anerkennung und Gerechtigkeit.

Eine solidarische Gesellschaft lebt davon, dass alle ihren Teil beitragen, nach ihren Möglichkeiten. Genau dafür streiten wir.

Mit freundlichen Grüßen

Team Jan van Aken

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