Frauke Heiligenstadt
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Frage von Katharina S. •

Warum verschweigt die SPD beim neuen GKV-Gesetz, dass die 1%-Härtefallgrenze versagt, weil chronisch Kranke die drastischen Zuzahlungen im Januar bar vorstrecken oder mühsam Quittungen sammeln müssen?

​Sehr geehrte Frau Abgeortete Heiligenstadt, als SPD-Abgeordnete für die Region Südniedersachsen stehen Sie für soziale Gerechtigkeit. Das neue GKV-Gesetz bürdet chronisch Kranken jedoch unzumutbare Lasten auf.

Das Argument der 1%-Härtefallgrenze greift in der Realität zu kurz: Durch die 50%ige Erhöhung der Zuzahlungen erreichen schwere Krankheitsfälle diese Grenze oft schon im Januar oder Februar. Betroffene mit geringem Einkommen müssen immense Beträge in den Apotheken bar vorstrecken, bevor sie überhaupt eine Befreiung beantragen können. Dieses Geld fehlt im Alltag für Lebensmittel, was zu gefährlichem Medikamentenstrecken führt.

QUELLE: Der Paritätische Gesamtverband belegt in seiner Expertise „Armut und Gesundheit“, dass finanzielle Vorleistungen bei Zuzahlungen einkommensschwache Chroniker massiv benachteiligen und eine soziale Barriere im Gesundheitssystem darstellen.

​Wie rechtfertigen Sie als Sozialdemokratin diese unsoziale Belastung, die die 1%-Grenze de facto aushebelt?

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