Warum sollen Familien durch den Wegfall des Ehegattensplittings belastet werden, statt Beamte und Selbstständige endlich in die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung einzubeziehen?
Aktuell wird über die Abschaffung des Ehegattensplittings und der beitragsfreien Familienversicherung diskutiert. Dies würde Millionen Familien finanziell erheblich belasten. Gleichzeitig sind Beamte und Selbstständige von der Pflichtversicherung in GKV und gesetzlicher Rentenversicherung befreit und tragen nicht zur Solidargemeinschaft bei.
Wäre es nicht sinnvoller, diese gut verdienenden Gruppen einzubeziehen, statt Familien zu belasten?
Die fehlende Rentenversicherungspflicht führt zudem bei vielen Solo-Selbstständigen zu Altersarmut. Meine Fragen: 1. Warum setzt die Politik bei der Stärkung der Sozialsysteme zuerst bei Familien an, statt Beamte und Selbstständige in die Solidargemeinschaft einzubeziehen? 2. Setzen Sie sich für eine Pflichtversicherung von Beamten und Selbstständigen in GKV und Rentenversicherung ein? Falls nein, warum nicht? 3. Halten Sie es für gerecht, dass Familien belastet werden, während privilegierte Gruppen außerhalb der Solidarsysteme bleiben?
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Die SPD und Finanzminister Lars Klingbeil haben in den letzten Wochen verschiedentlich angekündigt, das Ehegattensplitting abschaffen oder reformieren zu wollen, insbesondere, um eine gerechtere Besteuerung zu erreichen, und vor allem einkommensschwächeren Haushalten zugutekommen zu lassen. Sie argumentieren, dass das aktuelle System vor allem hochverdienende Paare begünstigt und wenig zur Förderung von Gleichstellung oder zur Bekämpfung von Armut beiträgt.
Die CDU hingegen sieht die Abschaffung des Ehegattensplittings als einen schwerwiegenden Eingriff in die Familienpolitik. Es ist davon auszugehen, dass eine solche Reform vor allem die Mittelschicht und Familien mit Kindern benachteiligen wird, gerade Familien mit zwei unterschiedlich hohen Einkommen würden zukünftig massive finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Eine Reform des Steuerrechts sollte unser Meinung nach eher in Richtung einer Entlastung von Familien und einer Verbesserung der steuerlichen Fairness für Alleinerziehende und Paare gehen sollte, ohne das Ehegattensplitting komplett abzuschaffen.
Das derzeitige System, insbesondere die Beamtenpensionen, ist stark verfassungsrechtlich verankert. Beamte genießen in Deutschland einen besonderen Status, der mit Rechten und Pflichten verbunden ist. Dieser Status umfasst nicht nur die berufliche Stellung, sondern auch spezielle Sozialleistungen. Die Beibehaltung der privaten Krankenversicherung und der Beamtenpensionen spiegelt diesen besonderen Status wider, da der Beamte eine besondere Bindung an den Staat und seine Aufgaben hat. Dieser Status sorgt für eine differenzierte Behandlung im Vergleich zu Arbeitnehmern, was Teil des Vertrauensverhältnisses zwischen dem Staat und seinen Bediensteten ist.

